KontaktNewsletter Sitemap
 
Home
lisere

CEPICAFE : Früchte aus Peru

Mango KonfitüreOrange-Limette Konfitüre  

 

Peru KarteLage
Piura-Region, Anbaugebiet zwischen Pazifikküste und Anden im Norden von Peru

Mitglieder
7000 Produzenten, die Kaffee, Rohrzucker und Früchte sowie Lebensmittelkulturen wie Bohnen, Mais usw. Anbauen und auch Viehzucht betreiben

FLO Zertifizierung
1997 für den Kaffee, später auch für Rohrzucker und Früchte

 

 

 

Hintergrund

Ungleichgewicht zwischen den ländlichen Höhen- und Amazonasgebieten zu den Küstenregionen und der Hauptstadt

Der Norden Peru ist eine sehr vielseitige Region, die von großen Gegensätzen geprägt ist. Von Westen nach Osten ziehen sich die Wüste, die Andengebirge und der junge Amazonas-Regenwald.

Maisfelder

Weitabgelegen von der Hauptstadt Lima, dem finanziellen, wirtschaftlichen und industriellen Zentrum des Landes, ist die Landwirtschaft, besonders die für Exportation, die wirtschaftliche Motor der ländlichen Regionen. Trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen werden hier insbesondere Exportgüter produziert.

An der Pazifikküste entlang erstreckt sich eine über 100 km breite und 300 km lange Wüstenregion. Sie wird durch künstliche Oasen bewässert, deren Quellen ist den östlichen Anden liegen oder welche vom Grundwasser genährt werden.
100 km östlich erheben sich das enorme Bergmassiv der Anden, hinter denen sich die Amazonasregion befindet.

Bewässerungsfeldbau

Der Unterschied zwischen den ländlichen Höhenregionen einerseits und den Küstenregionen und der Hauptstadt Lima auf der anderen Seite ist gewaltig. Während in den Höhenregionen mehr als 77 Prozent der Bevölkerung verarmt sind, ist die Armut in Lima, wo fast ein Drittel der Peruaner leben, mit 36 Prozent ungleich geringer.

 

Der Export von landwirtschaftlichen Produkten als Erbe des Hacienda-Systems

Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert entstanden durch die Kolonialisierung spanische Siedlungen und Großgrundbesitzer (hacendados), auf welchen Rohrzucker, Baumwolle und Kaffee angebaut wurde. In dieser Zeit hatten die Großgrundbesitzer Bestimmungsfreiheit über Land und Arbeitskräfte. Bis heute findet man dieses Modell in einigen Oasen.

Die Agrarreform (1969-1973) bewirkte eine Auflösung der Hancienda-Systeme und die Einführung gemeinschaftlich geführter landwirtschaftlicher Genossenschaften, die vom Staat überwacht wurden. Sie stehen im Gegensatz zu kleinbäuerlichen Genossenschaften privaten Eigentums, die meistens kleiner sind und aus indianischen Gemeinden sich herausgebildet hatten.

Kaffee: Anbau für den Export

Kaffee gilt seit Ende des Krieges als wichtigstes Produkt der Region. Die Haciendas profitierten von der starken internationalen Nachfrage und stellten von der Baumwoll-Herstellung auf Kaffeeanbau um. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts trat das Internationale Kaffee-Abkommen (Accord International sur le Café, AIC) zur Regulierung des internationalen Kaffee-Preises in Kraft. Die Peruanische Regierung unterstützt die Exportwirtschaft durch ihre Innenpolitik und bietet Bankkredite, die bei der Umwandlung der Baumwoll-Haciendas in Kaffee-Produktionsstätten helfen sollen.
Da sie über keine Besitztitel für ihr Land verfügen, sehen sich die Kleinbäuerlichen Betriebe von diesen Hilfemaßnahmen ausgeschlossen. Trotzdem kombinieren sie seit Ende der 60er Jahre Kaffeekulturen mit anderen Pflanzen in ihren Anbausystemen.

Der Faire Handel ist ein Glücksfall für die Kleinbauern

Im Jahr 1995, als die Lebensbedingungen der Kleinbauern immer prekärer wurden, die Abwanderung in Richtung der Städte anstieg und der lokale Arbeitskräftebedarf abnimmt, entsteht die Genossenschaft CEPICAFE (Central Piurana de Cafetaleros), die mit einem Entwicklungshilfeprojekt verbunden ist.

Das Streben, die Produkte zu den Bedingungen des Fairen Handels zu vermarkten, ermöglicht es die Produzenten, ihre Waren zu einem stabilen und erhöhten Marktpreis abzusetzen. Vor dem Hintergrund der großen Schwankungen und des konventionellen Kaffeepreises ist dies ein entscheidender Vorteil gegenüber konventionellen Händlern.

Am Anfang arbeitete CEPICAFE mit 17 Basisgruppen (400 Familien). Das Streben, die Produkte zu den Bedingungen des Fairen Handels zu vermarkten, ermöglicht es den Produzenten, ihre Waren zu einem stabilen und erhöhten Marktpreis abzusetzen. Vor dem Hintergrund der großen Schwankungen des konventionellen Kaffeepreises ist dies ein entscheidender Vorteil gegenüber konventionellen Händlern.

Um die Bedingungen des Fairhandelsmarktes zu erfüllen, bedurfte es einer Erneuerung und Verdichtung der Kaffeesträucher. Hierfür müssen sowohl der Arbeitsaufwand erhöht und die Kultur des Kaffeeanbaus (Verbesserung der Fruchtbarkeit, der Unkrautvernichtung und eine selektive Ernte) verbessert und die finanziellen Investitionen intensiviert werden. Um einen nass aufbereiteten Kaffee « parche » (oder auch: gewaschenen Kaffee) von hoher Qualität herstellen zu können, werden Weiterbildungen für die Kleinproduzenten angeboten.

 

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

CEPICAFE kombiniert den Anbau von Kaffee, Zucker und Früchten

Die Genossenschaft CEPICAFE entstand 1995 aus der Initiative von 400 Produzentenfamilien. Die Entscheidung, einen Qualitäts-Kaffee zu produzieren, öffnete ihnen die Tore zum Fairhandels-Markt. Um erfolgreich exportieren zu können, entwickelte die Kooperative schnell betriebswirtschaftliche Fähigkeiten. Auch die finanziellen Kapazitäten mussten verbessert werden, damit die Kaffeekampagnen unterhalten werden konnten. So hat CEPICAFE ihre Größe auf 7000 Mitgliedsfamilien im Jahr 2008 ausgeweitet.

Diversifikation mindert Risiken und schafft zusätzlichen Nutzen

Obwohl sie auf den Kaffeeanbau spezialisiert ist, arbeitet die Kooperative an der Entwicklung und Vermarktung anderer landwirtschaftlicher Produkte. So können die finanziellen Risiken gemindert und Monokulturen entgegengewirkt werden.

So entschieden sich die Produzentenfamilien, zwei weitere traditionelle Kulturen aufzuwerten: Rohrzucker und Früchte.

CEPICAFE entwickelte sich zu einem wirklichem Exportunternehmen, ohne jedoch die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft aus den Augen zu verlieren. Durch die Hilfe von CEPICAFE konnten sich neue Gruppierungen und Organisationen gründen, die heute unter dem Dachverband der Kooperative vereint werden.

Die Mitgliederfamilien von CEPICAFE besitzen im Durchschnitt jeweils 2 bis 5 Hektar Land. Sie versuchen, ihre Anbaukulturen zu variieren und verbinden den Anbau der Handelsprodukte Kaffee, Rohrzucker und Früchte mit der Kultivierung anderer Lebensmittelkulturen (wie zum Beispiel Bohnen, Kartoffeln und Kochbananen). Die Höfe der Produzenten und ihre landwirtschaftliche Nutzung unterscheiden sich je nach ihren natürlichen Umfeld und Ressourcen. Besonders auf der Pazifikseite, wo Landwirtschaft jahrhundertelang ausbeuterisch betrieben wurde, müssen die Anbaukulturen den ökologischen Gegebenheiten und den Bewässerungsmöglichkeiten angepasst werden.

Landwirtschaft in der Pazifikregion

  • An der Küste: Mangos (von Oktober bis März), Reis (unregelmäßig), Mais (auf den Grünflächen der Tiefebenen)
  • Auf den Hängen zwischen 1200 und 1800m: Kaffee (Ernte zwischen Juli und August), Rohrzucker (Juli bis Dezember)
  • In den Höhenlagen: Jährliche regenabhängige Kulturen und natürliche Wiesenlandschaften

Landwirtschaft auf der westlichen Hängen in Richtung Amazonas

Hier ist die Landwirtschaft immer noch geprägt durch die Kolonialisierung (Brandrodung). Kennzeichnend ist die Tendenz zur Spezialisierung auf Ananas-Kulturen (von November bis Januar und von Juli bis September)

 

 

Erfolge des Fairen Handels : Wirtschaftliche Erfolge

 

  • Landwirtschaftliche Fächerung und industrielle Innovation

Durch das Konfitüren-Projekt wird der Früchteanbau der Kleinproduzenten aufgewertet. Eine ganze Gruppe Spezialisten wurde engagiert, um die Produzenten bei der Ausführung zu unterstützen: Darunter befindet sich ein französischer Experte, der durch AVSF rekrutiert wurde, Lebensmittel-Spezialisten der Universität von Piura, durch CEPICAFE gestellte Techniker und der Lokalkraft von ETHIQUABLE.

Durch Investitionen zur Anschaffung von Materialien und Maschinen und den Kauf der Rohmaterialien der Produzenten unterstützt ETHIQUABLE die industrielle Entwicklung in der Region. Die Genossenschaft verpflichtet sich zur Vorfinanzierung der Produktion eines Konfitüre-Containers pro Monat (= 54000 Gläser).

Die guten betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten von CEPICAFE erlauben es der Organisation, sich dauerhaft in einem sich verändernden Marktumfeld zu behaupten.

 

 

  • PreiszusammensetzungZusätzlicher Wert für die Produzenten

Die Organisation zielt auf die Schaffung eines maximalen Zusatzwertes vor Ort. Die erwirtschaftteten Gewinne können so in der Region bleiben. 43 Prozent des Preises der Konfitüre (in Deutschland) kommt auf diese Weise der Produzentengenossenschaft zu Gute.

 

  • Schaffung von Arbeitsplätzen

Die Fabrik beschäftigt zur Zeit 45 Personen. Zusätzlich schafft die Wiederbelebung der Landregion neue Arbeitsplätze. So hat die Genossenschaft APROMALPI beispielsweise mit der Produktion von Motorrad-Taxis begonnen.

 

  • Gesicherter Zugang zu Krediten

Kredite sind ein erforderliches Instrument und der der Schlüssel für den Wandel in der bäuerlichen Wirtschaft, welche von den saisonalen Bedingungen abhängig ist. Die Kreditfonds stammen Solidaritätsbanken, welche den Produzenten gute Bedingungen bieten. Die Rückzahlung kann aus den Auszahlungen hergeführt werden, welche die Kooperative an seine Mitgliedern leistet.

Die Kooperative APROMALPI arbeitet beispielsweise mit einer holländischen Bank zusammen und konnte so die notwendigen Investitionen für ihre Fabrik zur Verarbeitung der Mangos aufbringen.

 

 

Erfolge des Fairen Handels : Soziale Erfolge

CEPICAFE: eine anerkannte Organisation auf lokalem, nationalem und internationalem Niveau

2008 vereinte CEPICAFE insgesamt 7000 Kleinproduzenten, die größtenteils aus der Andenregion stammen. Sie waren am schwersten betroffen von dem wirtschaftlichen Rückgang der 80er und 90er Jahre. Die Arbeit von CEPICAFE, besonders die betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten und der erfolgreiche Export sind der ganze Stolz der Kaffeproduzenten im nördlichen Peru, welche lange Zeit von der Küstenelite als wirtschaftlich rückständig betrachtet wurden.

Organisation mit Struktur:

Sowohl das Repräsentationssystem als auch die interne Organisationsstruktur der Kooperative sind föderativ. Die Basisgruppen schließen sich ja nach Regionen zusammen, alle Regionen werden im Leitungskomitee repräsentiert. Die Organisationsstruktur basiert auf dem Informationsaustausch zwischen den Bauerngruppen und begünstigt eine horizontale Beziehungsebene.Entscheidungen werden dezentral getroffen und Abläufe vor Ort kontrolliert. Vertrauen ist ein wichtiges Element unter den Mitgliedervertretern, den Mitgliedern und den Technikergruppen. Einige der lokalen Techniker sind Kinder der Produzenten, die an der Universität ausgebildet wurden.

Innerhalb von zehn Jahren hat es CEPICAFE geschafft, die Produktionssysteme und die Lebensweise in der Region zu verändern. Eine von kompetenten Führungskräften geführte Initiative schaffte es, alle lokalen Produzenten in wenigen Jahren weiterzubilden. Dies ist ein großer Erfolg in einem Land, welches von struktureller Anpassung und ökonomischer Liberalisierung dominiert wird und es an einer Politik zu Gunsten der kleinbäuerlichen Landwirtschaft mangelt.

Die von CEPICAFE erzielten Erfolge rechtferigen das Bestehen der Organisation:

 

  

  • Auf lokaler Ebene:

Die Regierung von Piura unterstützt das Projekt, indem sie Techniker zur Verfügung stellt. Die Kooperative arbeitet auch mit lokalen Organisationen, um Entwicklungsprojekte für die Region zu koordinieren (wie zum Beispiel Projekte zur Verbesserung des Straßensystems und die Erneuerung der Bewässerungssysteme).

 

  • Auf nationaler Ebene:

CEPICAFE sitzt im nationalen Kaffeeverband, welcher unterschiedliche Produzentengenossenschaften vereint und auch im nationalen Kaffee-Ausschuss, der sowohl die Bauernorganisationen, die privaten Unternehmen der Branche und den Staat zusammenbringt. Durch diese Plattformen kann CEPICAFE den Kleinbauern auf nationaler Ebene eine Stimme verleihen (selbst wenn diese bis heute nur wenig erhört wurde). Denn zu oft beugt sich der Staat eher den Ansprüchen und Forderungen der großen Privatorganisationen.

Verhandlungsmacht der Kleinproduzenten auf den Märkten und auf der politischen Landschaft zu erhöhen, schließen sich unterschiedliche Vereinigungen von Kleinproduzenten zusammen und gründeten die Kooperativenverband NORANDINO.

 

Erfolge des Fairen Handels : Ökologische Erfolge

Landwirtschaft im Einklang mit den natürlichen Gegebenheiten und den Zielen der Bauern

CEPICAFE und APROMALPI begleiten die Bauern auf dem Weg zu einer biologischen Landwirtschaft, welche die natürlichen Eigenheiten und Bedürfnisse respektiert. Um der Verarmung der Böden entgegenzuwirken, werden Kompost, Naturdünger und Gartenerde für den Anbau der Pflanzen verwendet.

Außerdem erlaubt die Diversifikation der Arten auf einer Parzelle eine bessere Nutzung der natürlichen Ressourcen (Licht, Grundwasser und Nährstoffe), was zu höheren Erträgen pro Oberflächeneinheit führt.

Darüber hinaus wird die Bedrohung der Verwüstung für die Blüte vermindert. Bakterien und schädliche Pilze verbreiten sich in Monokulturen schneller. Bei Befall stoßen die Schädlinge in Mischkulturen schnell an eine Grenze (besser gesagt an eine andere Pflanzensorte), so dass sie sich nicht ausbreiten können.

Mischkultur (Übersetzung aus einem Lexikon finden, zum Beispiel bei Wikipedia:)

Die Mischkultur ist der ökologisch und ökonomisch begründete und vom Menschen herbeigeführte gleichzeitige Aufwuchs mehrerer Nutzpflanzenarten auf gleicher Fläche. Mischkultur soll in richtiger Zusammensetzung die Nachteile von Monokulturen vermeiden.

 

Bibliographische Quellen:

 

 

ETHIQUABLE (Frankreich)
www.ethiquable.com

 
 
 
 
Einem Freund senden Ajouter à mes favoris Kontakt Drucken Nach oben

ETHIQUABLE Deutschland eG - Wilhelmstraße 118 D-10963 Berlin
Tel. 00 49 30 30 60 55 45 - Fax. 00 49 30 30 60 55 46 Kontakt - Impressum