Lage
Provinz Yasothorn im Nord-Osten des Landes
Mitglieder
330 Produzenten
Produzenten
Kleinproduzenten, die jeweils zwischen 3 und 4 Hektar Land besitzen und zum Reisanbau, aber auch für Vieh- und Fischzucht oder für kunsthandwerkliche Tätigkeiten nutzen.
In dem sehr feuchten asiatischen Monsun-Gebiet wird der Reis noch auf traditionelle Weise angebaut.
Zur Reisherstellung betreiben die Produzenten die Nassanbaumethode, welche weitaus höhere Erträge erzielt als es mit regenabhängigen Anbaumethoden möglich wäre.
Heute werden 75% der weltweiten Reis-Produktion im Nassanbau kultiviert. Zu Beginn des neuen Jahrtausends überschritt die weltweite Produkton die Marke von 400 Millionen Tonnen.
4% der der weltweiten Reisproduktion stammen aus Thailand.Dieses „Heilige Korn“ bedeckt die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Landes. Ein Großteil der Ernte ist für den Export bestimmt. Infolge der massiven Subventionen der thailändischen Regierungen wurde das Land in der Tat zum weltweit größten Reisexporteur.
Da dieses ehrgeize Bestreben sich zunächst auf die Großproduzenten konzentrierte, waren bäuerliche Familienbetriebe benachteiligt. Es ist allein dem Fairen Handel und der Entwicklung des biologischen Landbaus zu verdanken, dass die Organisation Nam Om mit ihren 330 Produzenten der Provinz Yasothorn im Nord-Osten des Landes erfolgreich bestehen und exportieren kann.
Yasothorn ist in der ganzen Welt bekannt als die Wiege des « Jasminreis » Die natürlichen Duftaromen des weißen oder roten Langkornreis zeichnen sich durch eine größere vielseitigkeit als bei anderen Sorten aus. Im Gegensatz zum Basmati-Reis, der sein charakteristsches Aroma erst nach monatelanger Lagerung entwickelt, ist das Aroma dieses Reis‘ zur Zeit der Ernte besonders intensiv. Veruche, eine andere Sorte als den Jasminreis anzubauen, führten stets zu schlechteren organoleptischen Eigenschaften der Produkte. Dies zeigt, dass die geschmackliche Qualität gleichermaßen auf die Herkunft des Produkts und die spezielle Sorte zurückzuführen ist.
Die Region Yasothorn verfügt mit einer durchschnittlichen Temperatur zwischen 30 und 35°C sowie ihren reichen Wasser-und Licherressourcen über ideale Bedingungen für den Reisanbau. Im Reisfeld sprießen die Wurzeln der Reispflanzen im Wasser. Dieses verhindert die Verbreitung von Unkraut und bündelt die Fruchtbarkeit des Bodens. Die Produzenten von Nam Om pflanzen die Saat zunächst in Baumschulen. Das Umpflanzen in das Reisfeld erfolgt erst nach etwa 25 Tagen. In den mit flachem Wasser bedeckten Feldern werden 3 bis 5 Pflanzenstängel zu einem Büschel zusammengefasst, so dass die Spitzen in die Luft ragen. Während einer Wachstumszeit von durchschnittlich100 Tagen, wird das Reisfeld regelmäßig von Unkraut befreit und das Wasser eine Woche vor der Ernte abgelassen. Die geernteten Reispflanzen werden zum Trocknen in kleinen Büscheln aufgestellt. Durch das meist mechanische (teilweise aber auch noch von Hand durchgeführte) Dreschen wird das Korn vom Stroh getrennt und der Paddy, der ungeschälte Reis, gewonnen.
In Thailand führte der biologische Anbau von Reis schnell zu wirtschaftlichen Erfolgen. Nach zwei bis drei Jahren der Umstellung sind die durchschnittlichen Erträge vergleichbar und sogar höher als beim konventionellem Anbau (der Anstieg organischen Materials im Boden verringert die Auslaugung der Erde und erhöht ihre Fruchtbarkeit).
Für die Produzenten von Nam Om brachte die erhöhte Fruchtbarkeit eine große Wirkung. Zum einen erhalten sie für den gleichen Arbeitsaufwand höhere Erträge, zum anderen muss nicht mehr in teure Düngemittel investiert werden.
Parallel dazu investierte die Genossenschaft nicht nur in andere wirtschaftliche Zweige wie die Fischzucht und die Herstellung traditioneller Süßwaren, sondern auch in Weiterbildungsprogramme für ihre Mitglieder. Eine Mühle soll 12 Personen eine Arbeit in der Region geben und so die Betriebskosten senken. Auf diese Weise konnte die Genossenschaft eine Dynamik in die lokale Entwicklung bringen, die danach strebt, die temporäre Abwanderung der Männer in die Städte während der trockenen Jahreszeit zu verringern.