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COMISAJUL : Kaffee aus Honduras

Honduras Kaffee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Honduras Karte Lage
Marcala-Region, gelegen im Westen von Honduras, im Bezirk von la Paz.

Mitglieder
Mehr als 200 Kleinproduzenten

Produzenten
Die Marcala-Gruppe von COMISAJUL setzt sich zusammen auch indianischen Produzenten der Ethnie LENCA, die sehr wenig Land besitzen. Von den insgesamt 0,7 bis 3,5 Hektar Anbaufläche pro Produzent werden bis zu 1,5 Hektar Kaffeekulturen angebaut. Die Produzenten befinden sich in einer äußerst prekären Lage.

 

 

 

Hintergrund

Bergregion in HondurasAufwertung der Bergregion durch Kaffeeanbau

Lange Zeit wurde in den niederen Ebenen von Honduras, welche sich von der Karibik bis hin zum Pazifik ziehen, ausschließlich Obst angebaut.
Mit dem Kaffeeanbau hat das Land ein Mittel gefunden, um die Bergregionen welche vier Fünftel der Landesfläche ausmachen, optimal zu nutzen.

Diese Berge, deren Gipfel Höhen von bis zu 2700 Meter erreichen, sind von dichter tropischer Vegetation bedeckt. Die regelmäßigen Niederschläge begünstigen die Produktion eines Qualitätskaffees.

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

Equitable Honduras KaffeeLA CENTRAL vereint die Genossenschaften der Kleinproduzenten

Der von ETHIQUABLE vertriebene Bergkaffee aus Honduras wird von einer Basisorganisation produziert, die eng mit der Vereinigung der Kleinproduzenten-Genossenschaften CCCH (Central de cooperativas cafetaleras de Honduras) zusammenarbeitet, die allgemein La Central genannt wird. Die Basisorganisation COMISAJUL zählt 200 Produzenten in der Region La Tigra und 200 Produzenten in Marcala, im Herzen des Territoriums der Lenca-Indianer.

 

Anlage für Abquetschung des Kaffeefruchtfleisches La Central vereint Zehntausende Kleinproduzenten (je einen halben bis drei Hektar Anbaufläche), die sich in den 73 Genossenschaften des Landes zusammengeschlossen haben. Der Bau von drei Verarbeitungsfabriken (darunter die modernste von Honduras) bedeutete eine große Modernisierung der Organisation.

In den Bereichen Landwirtschaft und Administration verfügt sie außerdem über eine Gruppe von Spezialisten. Durch Finanzfonds und Interventionsmöglichkeiten bei internationalen Organisationen, kann La Central den Kleinbauern eine Stimme bei anderen Akteuren der Branche verschaffen.

 

Eine Mission zu Gunsten der Qualität

terroirs-cafe-honduras

Ziel der Genossenschaft ist es, einen auf seiner Herkunft begründeten Qualitätskaffee zu produzieren. Die Höhenlage sowie die Sonneneinstrahlung und das Wechselspiel von Feuchtigkeit und Trockenheit erzielen eine besondere Qualität.Der Arabica-Kaffee bedarf eines Klimas in mittlerer Höhenlage zwischen der Hitze der niedrig gelegenen Ebenen und der nächtlichen Kühle in den Lagen über 1500 Meter Höhe. Die Sonneneinstrahlung wird durch die Anpflanzung Schatten spendender Kulturen gedämmt, um ein allmähliches Reifen der Kirschen und so die Entwicklung ihres vollen Aromas zu gewährleisten.

Kaffeepflanzen Die Genossenschaft COMISAJUL unterstützt die Bauern bei ihrer Arbeit. Indem sie Praktiken des Qualitätsmanagements einführt und mit Baumschulen die Auswahl von Pflanzen aus erster Hand begünstigt, öffnet sie der Modernisierung der Produktion die Türen. Die Zweige der Kaffeebäume werden auf Menschenhöhe gestutzt, so dass nur die wirklich reifen Kaffeekirschen geerntet werden.

 

 

 

 

 

Zubehör für NassverfahrenJedes Jahr beteiligen sich die gesamte Dorfgemeinschaft, die Familien sowie Land- und Saisonarbeiter an der Kaffee-Ernte. Zwischen November und Januar werden die reifen Kaffee-Kirschen in mehreren Gängen durch die Felder gepflückt.

Das Nassverfahren zur Schälung der Kaffeekirsche, welches auf den einzelnen Höfen direkt durchgeführt wird, ist eine schwierige Aufgabe. Während für herkömmliche Qualitätskaffees die Trockenmethode angewandt wird, kann hier in Honduras, wo ausreichend Wasser vorhanden ist, nass geschält werden. Die Kaffee-Kirschen werden von Hand in den Nassabschäler gegeben. Hier wird das Fruchtfleisch abgetrennt zerstört und der Kern in ein Fermentationsbecken gegeben. Die Mischung wird für 24 Stunden in einem Becken fermentiert. Die Kerne, welche nun klebrig sind, werden unter laufendem Wasser gewaschen. Die Körner werden dann auf einem großen Gitterrost oder gesäuberten Betonplatten ausgebreitet und bis zu ihrer vollständigen Trocknung zwei bis drei Wochen regelmäßig gewendet. Die Bohnen sind nun immer noch von einer gelblichen Hülle umschlossen, welche aufgrund ihrer Erscheinung Pergamino (Pergament) genannt wird. In dem Stadium des Kaffee „en pergamino“ wird die Ernte an die Genossenschaft geschickt. Diese verfügt über die nötigen Maschinen zur Schälung verfügen, um den grünen Kaffee zu erhalten.

 

 

Erfolge des Fairen Handels - Wirtschaftliche Erfolge

Ein Fairer Preis für anerkannte Qualität

Die besseren Perspektiven durch den höheren Preis des Fairen Handels konnten die Bauern dazu motivieren, höhere Qualitätsstandards einzuhalten. So haben es die Produzenten der Genossenschaft geschafft, mit dem „Marcala-Kaffee“ die erste Kaffee-Herkunftsbezeichnung Mittelamerikas zu erlangen. Zu verdanken ist dies sowohl den Genossenschaften der Kaffeeproduzenten als auch der Unterstützung von Entwicklungshilfeorganisationen. Seitdem kann LA CENTRAL ihren vielen Kunden in Nordamerika und Europa direkt eine große Palette des Herkunftskaffees aus biologischem Anbau anbieten.

ETHIQUABLE hat sich entschieden, zwei Kaffees die im Westen von Honduras zwischen 1250 und 1600 Metern Höhe angebaut werden, miteinander zu vereinen. Der Capucas-Kaffee zeichnet sich durch einen sanften und aromatischen, manchmal fast schokoladenen Geschmack aus, während der Marcala-Kaffee eher lieblich und rund schmeckt. Die Genossenschaft von Marcala, die etwa 200 Produzenten zählt, hat im Jahr 2004 400 Tonnen Kaffee produziert. Trotz der schlechten Weltwirtschaftslage konnte sie ihren Produzenten einen 50% höheren Preis zahlen als herkömmliche Kaffee-Exporteure der Umgebung. So konnte gleichermaßen in die Bildung wie auch in die Schaffung einer Einheit zur Kaffeeverarbeitung investiert werden.


Kaffeepreis Honduras

Die Genossenschaft Comisajul erlangte die Fairtrade-Zertifizierung von FLO 1999. Die im Durchschnitt 275 Tonnen Kaffee konnten zu 90 Prozent bio- und fairtrade-zertifiziert abgesetzt werden. Bei Betrachtung der geographischen Herkunft kann festgestellt werden, dass der von Comisajul gezahlte Exportpreis des Kaffees im Durchschnitt über dem internationalen Marktpreis lag. Besonders in der Zeit von 2000 bis 2004, als der Weltmarktpreis erheblich einfiel, war die bis zu zweimal höhere Vergütung für fair handelnde Produzenten, ein großer Vorteil.

 

Unterschiedliche Aktivitäten ergänzen die Einkünfte

 

Ananasernte

Der Anbau von Früchten, in diesem Fall von Ananas, wertet die bebaute Oberfläche auf. Das zusätzliche Einkommen sichert außerdem die wirtschaftliche Situation der Familie.

Boutique COMISAJUL

Die Boutique wurde von der Genossenschaft Comisajul eröffnet. Im Dorf San Juancito angesiedelt trägt sie auch zur Wiederbelebung der strukturschwachen Landregionen bei.

 

Erfolge des Fairen Handels - Soziale Erfolge

Viele Genossenschaften - eine gleiche Stimme

Kaffeebauerin Jenseits der streng operativen Aktivitäten besitzt LA CENTRAL eine große Verhandlungsmacht gegenüber anderen Akteuren der Branche. So kann sie kleinen Produzenten ein Stimmrecht verleihen. Die größten agrarpolitischen Erfolge stellten Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu Gunsten einer bäuerlichen Kaffeekultur dar. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang die Schaffung eines nationalen Fonds im Jahr 2004 zur Refinanzierung der Schulden der eingebrochen Konjunktur des Kaffeesektors.

Trotz der schwierigen Geschichte der Kaffee-Genossenschaften formierte sich eine Genossenschafts-Generation Unterstützung des Fairhandels-Netzwerkes in den 90er Jahren. Dies war auch der Fall bei COMISAJUL und anderen Mitgliedergenossenschaften von LA CENTRAL. Dank eines lohnenden Preises und gemeinsames Handeln gewannen sie das Vertrauen der Bauern wieder. Das demokratische Vertretungsprinzip, die Transparenz in der Organisation und die Einbezug auch aller Produzenten brachte der Genossenschaft Anerkennung und Glaubwürdigkeit. Malgré l'histoire difficile des coopératives caféières, une nouvelle génération de coopératives se structure dans les années 90 en s'appuyant sur les réseaux du commerce équitable.

 

Erfolge des Fairen Handels - Ökologische Erfolge

Erosion In der Marcala-Region kurbelten die technischen Möglichkeiten, wie in allen großen Kaffee-Regionen in Honduras, in den letzten Jahrzehnten den intensiven Kaffee-Anbau an. Chemische Düngung und die Monokulturen ohne natürliche Schattenspender führten in Marcala zur Erosion der Böden. Besonders in den niedrig gelegenen Zonen mit sandigen Böden führten die ökologischen Vernachlässigungen der vergangenen Jahre zum Rückgang der Fruchtbarkeit sowie zu einer Überalterung und Verwilderung der Kaffeepflanzen.

 

 

 

PflanzenzaunDie Politik der Genossenschaft COMISAJUL fördert den biologischen Anbau und die Schattenkulturen nachhaltig. Heute hat ein Großteil der Produzenten natürliche Barrieren gegen Erosion (Steinmauern oder Hecken) errichtet und kombiniert vielseitige Anbaukulturen auf seinen Feldern. Schattenspendende Bäume wie Orangen, Avocado und Maracuya bilden ein sich ergänzendes System. Auch die Fruchtbarkeit der Böden wird erhöht durch die Verwendung von Kompost, welcher von den Produzenten selbst hergestellt oder von der Genossenschaft zu einem günstigen Preis erworben wird.

 

Bibliographische Quellen:

 

 

http://cafedehonduras.org/ cooperativas/comisajul/

 


 http://www.lacentral.hn/home.html

 

 

Bericht "Pôle Filières ETHIQUABLE"- October 2006

 
 
 
 
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