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FAPECAFÉS, PROCAP : Kaffee aus Ecuador

Ecuador Kaffee

 

 

 

Ecuador KarteLage
Puyango-Region und der westliche Teil von Zamora- Chinchipe im Süden Ecuadors

Mitglieder
FAPECAFES vereint 1800 Kleinproduzenten, von denen sich 400 Produzentenfamilien zu der Vereinigung PROCAP zusammengeschlossen haben. Ein Teil des Kaffees kommt aus den Hochlagen des Rio Mayo von der Vereinigung APECAP.

Produzenten
Die Produzenten sind Kleinbauern, die jeweils 0,5 bis 3 Hektar Kaffee in Verbindung mit anderen Kulturen wie Maniok, Bananen und Zitrusfrüchten anbauen.

 

Hintergrund

FAPECAFES: eine Initiative gegen den Verfall der Kaffee-Kultur

Der ecuadorianische Kaffee leidet unter einem schlechten Ruf, welcher zu einem im Vergleich zum Weltmarktpreis mindestens 20 Prozent geringen Verkaufspreis führt.
Der Kaffee aus dem Süden Ecuadors wurde früher trocken aufbereitet. Das heißt, die Kaffee-Kirschen, werden durch die Sonne getrocknet bis sich die Bohnen vom Fruchtfleisch lösen. Der auf diese Weise hergestellte « Naturkaffee » steht dem nass aufbereiteten Kaffee durch seinen leicht erdigen Geschmack und seine unangenehme Säure nach. Deshalb wird er für Kaffeemischungen von niedrigerer Qualität verwendet. Dieser Umstand führt zu einer entsprechend geringeren Vergütung der Produzenten. In Verbindung mit den hohen Schwankungen des Kaffeepreises wurde der Kaffeeanbau so zu einem risikoreichen Geschäft für Kleinbauern. Die Pflanzungen wurden nicht erneuert, so dass sich die Erträge verschlechterten. Einige Höfe waren nicht groß genug, um ausreichend Erträge zu erzielen und die Produktionskosten zu decken.

Die geringe Produktivität leitete den Verfall der Kaffee-Kultur ein. Das südliche Ecuador, besonders die Provinz Loja, ist von starker Landflucht in Richtung der agrarstarken Küstenregionen betroffen. Dabei weisen sich die Höhen-Regionen (900 bis 1800 Meter) durch ein einzigartiges organoleptisches Potential auf, dessen Wert durch die trockene Aufbereitung des Naturkaffees nicht ausgeschöpft werden kann.

1997 starteten die Produzenten in der Region Puyango die Genossenschaft PROCAP, die heute eine der fünf Genossenschaften des Dachverbandes FAPECAFES ist. Um die Qualität des Kaffees zu steigern werden fortan ausschließlich die reifen, roten Kaffeekirschen geerntet und im Nassverfahren die Fermentation der Kaffeebohnen kontrolliert. So wird eine « gewaschene » Kaffeesorte von hoher Qualität hergestellt, die sich deutlich von den früher produzierten «trockenen» Naturkaffeesorten unterscheidet.
In der Anfangszeit verkaufte PROCAP die Ernte an lokale Exporteure. Seit 1999 gelingt es ihr selbst, den gewaschenen Kaffee zu exportieren. Dies erhöhte die Entlohnung der Produzenten stark, so dass die neuen Produktionstechniken zur Verbesserung der Kaffee-Qualität nach und nach auch von Produzenten der Provinzen Loja, EL Oro und Zamora-Chinchipe übernommen werden.
PROCAP regte die Schaffung von FAPECAFES an, einem regionalen Verbund, der im Jahr 2002 seine juristische Anerkennung erhielt. Dieser Dachverband umfasst heute die 5 Basis-Genossenschaften APECAM, APECAP, APEOSAE, PROCAFEQ und PROCAP.

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

FAPECAFES MitgliederDie ersten Transaktionen unter Fairen Handels Bedingungen führte PROCAP 2001 durch und wurde durch Produzenten der Kantone Puyango, Las Lajas und Marcabeli erweitert. Vor dem Hintergrund einer schweren weltweiten Krise des traditionellen Kaffeemarktes war ETHIQUABLE einer der ersten fair handelnden Geschäftspartner von PROCAP. Dank des Fairen Handels schaffte es PROCAP, den Produzenten einen 2 bis 3 mal höheren Preis zu zahlen als zu dieser Zeit von den lokalen Händlern geboten werden konnte. Desweiteren trug die Genossenschaft zur Bildung der Produzentengemeinschaften:

 

  • Marcabeli - APECAM (im Jahr 2000)
  • Espindola und Quilanga - PROCAFEQ (im Jahr 2001)
  • Palanda - APECAP (nach dem Jahr 2001)

 

 

PROCAP setzte sich aktiv für die Schaffung des Verbundes FAPECAFES ein und übergab die kaufmännischen Aufgabenbereiche an diese Kooperativenzentrale. Seit 2003 erhält FAPECAFES die FLO-Zertifizierung im Namen von vier lokalen Gründungskooperativen.

Sich als eine offene Unterstützungsorganisation für aufstrebende Lokalgenossenschaften verstehend, integrierte FAPECAFES 2005 Produzenten der Provinz Zamora (APEOSAE) und des Kantons Vilcabamba. Der ETHIQUABLE-Kaffee stammt vorrangig aus der PROCAP-Zone, dem Puyango-Gebiet auf der westlichen Seite der andinen Vorgebirge und dem höher gelegenen Region des Rio Mayo in Zamora Chinchipe (Produzentenorganisation APECAM) der östlichen Seite der andinen Vorgebirge.

 

Anbau und Produktion

Westlich der Anden sind die Kleinbauern sehr abhängig von Kaffeeanbau:

Die Kaffee-ernte Die Mitglieder von FAPECAFES bebauen jeweils 0,5 bis 3 Hektar Kaffee und jeder von ihnen produziert weniger als 1000 Pfund (450 kg) unverarbeiteten Kaffees pro Jahr. Sie bauen außerdem Nahrungsmittel an und betreiben oft auch eine kleine Viehzucht. Die Bauern selbst arbeiten ausschließlich manuell auf ihren kleinen Familienbetrieben.
Um ihre Existenz zu sichern, müssen Produzenten mit wenig Land oft saisonal in den städtischen Zentren und an der Küste in der ausbeuterischen Landwirtschaftsindustrie arbeiten.

15 Prozent der Produzenten haben mehr als 4 Hektar Kaffee und produzieren 2000 bis 8000 Pfund Kaffee pro Jahr. Während der Zeit der Ernte stellen sie temporär für 8 bis 10 Wochen externe Arbeiter an. Dank der Erneuerung der Kaffeesträucher, welche durch die Anhebung des Preises vorgenommen werden konnte, steigerten sich die Kaffee-Erträge von 400 bis 500 Pfund pro Hektar vor zehn Jahren auf etwa 800 bis 1000 Pfund pro Hektar.

Die KaffeeverarbeitungFast 50 Prozent der Produzenten führen die Verarbeitung des Kaffees nach der Ernte (das Nassaufbereiten und Trocknen des Kaffees) in kleinen kollektiv genutzten Hallen durch. Diese werden von Komites von 20 bis 30 Familien verwaltet. Abgeschieden lebende Produzenten nutzen ihre eigenen kleinen Räumlichkeiten und Werkzeuge. Nach dem Waschen des Kaffees prüfen die einzelnen Kooperativen die Qualität des Kaffees „en pergamino“ durch eine Kontrollröstung. Die Sortierung der grünen Kaffee-Bohnen für den Export und die Schälung von dem Häutchen, das nach der ersten Aufbereitung noch an der Bohne klebt, werden in einer Fabrik durchgeführt, die FAPECAFES 2006 in der Kleinstadt Catamayo errichtet hat.

 

 

Erfolge des Fairen Handels - Wirtschaftliche Erfolge

Faire und stabile Preise

Dank des Fairen Handels und des stabilen Kaffeepreises konnten die Produzentengenossenschaften streng geführte Kriterien für Qualitätsstandards einführen. Der schattige Anbau, die selektive Ernte nur der reifen Kaffeekirschen (die verwerteten Kaffeekirschen müssen zu 100 Prozent rot sein) und eine perfekte Kontrolle der Fermentations- und Trocknungsphasen erlaubt es FAPECAFES, einen Kaffee von herausragender Qualität anzubieten.

Heute verkaufen PROCAP und die anderen Mitglieder von FAPECAFES mehr als 90 Prozent auf gehobenen (Gourmet-) Märkten oder zu Fairhandels-Bedingungen.

Wegen des Fairen Handels konnten die Produzenten der Region die beispiellose Krise des Kaffeemarktes, welche von 2000 bis 2004 andauerte, bewältigen. Der internationale Kaffee-Preis sank auf 50 bis 70 USD pro 100 Pfund. Dieser Preis lag noch unter den realen Produktionskosten, welche in der Region auf etwa 100 USD gestiegen waren. Die Krise traf diejenigen Produzenten besonders, die keine Mitglieder der Genossenschaft waren. Seit dieser Zeit ist der Lebensunterhalt der Familien durch traditionelle Kaffeekultur (basierend auf Naturkaffee) nicht mehr zu decken. Die Finanz- und Bankenkrise, die das Land im Jahr 2000 traf, hat eine enorme Abwanderung der Ecuadorianer, besonders in Richtung Spanien, bewirkt. Vor allem der Süden Ecuadors war davon betroffen und insbesondere die Familien der Kaffee-Produzenten leiden sehr darunter. Nur die Mitglieder von FAPECAFES konnten ihre Erträge aufrechterhalten, was ihnen erlaubte, die Kaffeesträucher zu erneuern und ihre Produktivität zu steigern.

 

Erfolge des Fairen Handels - Soziale Erfolge

Kaffeeproduzenten Für die abgeschieden lebenden Bauernfamilien bedeutet der direkte Export eines Qualitätskaffees auch einen Gewinn durch Stolz und Anerkennung ihrer Arbeit. Die beachtlichen wirtschaftlichen Verbesserungen, die sie durch die Mitgliedschaft bei FAPECAFES in nur 5 Jahren erreichen konnten, hat das Ansehen der Genossenschaft im Land gesteigert. Die Positionierung auf den Märkten hochwertiger Mischungen und Gourmet-Kaffees hat die lokale Konkurrenz in einer Region, in welcher vor neun Jahren noch zu 100 Prozent Naturkaffee produziert wurde, zum Umdenken angeregt.

Die Initiierung unterschiedlicher Projekte zur Fächerung des Handels durch die Basisorganisationen belebt die landwirtschaftlichen Aktivitäten in der Region.

Die Basisorganisationen von FAPECAFES arbeiten im Namen ihrer Mitglieder und neuer Basisgruppen in den Nachbarkantonen. Durch das erreichte lokale Niveau und Prestige der Organisation wird die Legitimität der Genossenschaften gestärkt. Die erleichtert es ihnen, zum Beispiel durch den Zugang zu Krediten (Einkaufsfonds für landwirtschaftliches Material von fast 60 000 Dollar) selbst neue Aktivitäten und effizientere Handelslösungen zu entwickeln.

 

Erfolge des Fairen Handels - Ökologische Erfolge

Geschütztes Wald-Ökosystem

Im Gegensatz zu den industriellen Plantagen, beruhen die Familienbetriebe der Mitglieder von FAPECAFES auf der Erhaltung der Umwelt. Durch die Anpflanzung großer schattenspendender Bäume zwischen den Kaffeesträuchern bildet sich eine natürliche Laub- und Ästeschicht. Ihre natürliche Kompostierung trägt zur Erhaltung der Fruchtbarkeit der Böden bei.

Ein Netzwerk von bäuerlichen Technikern wurde durch die FAPECAFES-Basisorganisationen ausgebildet. Sie bilden und informieren die Produzenten und helfen ihnen bei der Kompostierung, der Bildung von Regenwurmkulturen und dem Schutz gegen Parasiten und Krankheitsbefälle der Pflanzen. Die von FAPECAFES unterstützte Kaffeekultur schützt die Selbsterhaltungskapazitäten des Waldökosystems, indem unterschiedliche Nahrungsmittelkulturen wie Fruchtbäume (Zitrusfrüchte), Kochbananen, Maniok und andere Waldbäume kombiniert werden. Dieses System trägt zum Schutz der Böden bei und nutzt die natürlichen lokalen Gegebenheiten ohne externe Chemikalien. So wird eine große pflanzliche, aber auch tierische Biodiversität erhalten. Denn der geschützte Anbau der Kaffeepflanzen und die Kombination unterschiedlicher Pflanzenkulturen fördern die Lebensbedingungen von Vögeln beträchtlich.

 

Bibliographische Quellen:

 

 

ETHIQUABLE (Frankreich)
www.ethiquable.com

 
 
 
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