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ORO VERDE : Kaffee aus Peru

Peru Kaffee
 

Peru KarteLage
Der Kaffee der Genossenschaft Oro Verde stammt aus der Lamas-Provinz in der Region San Martin im Norden von Peru. Die Kaffeeanbaugebiete gehören zu Nor-Oriente, an den Quellflüssen des Amazonas am östlichen Rand der Anden.

Mitglieder
1000 Kleinproduzentenfamilien

Produzenten
Die Kleinproduzenten bauen 1 bis 3 Hektar Kaffee und andere Kulturen in agrarforstwirtschaftlichen Systemen an.

Produktion
14 420 Tonnen im Jahr 2006, auf 760 Hektar Land

 

 

Kaffeeblüten

Hintergrund

Coca versus Kaffee
In den 80er Jahren breitete der der illegale Koka-Anbau in Peru eine stark aus. Der Drogenhandel hatte viele Amazonas-Regionen fest in der Hand. Lamas ist eine der Regionen, welche stark durch dieses verheerende Phänomen betroffen waren.
Die Koka-Wirtschaft zog eine Menge Übel wie Gewalt, Abwanderung der Jungen, die Verschlechterung sozialer Strukturen mit sich. Wenn sich die Kaffeepreise verschlechterten, war die Entwicklung der Koka-Kulturen umso wichtiger.

1999 entschied sich eine Gruppe Produzenten, nach alternativen Lösungen zu suchen, um ihren größten Reichtum, den Kaffee, aufzuwerten. So entstand das Kaffee-Projekt ORO VERDE (= Grünes Gold).

 

 

Die Ernte Der Kaffee: eine große Chance

Die Familien kultivieren auf den hoch gelegenen Anbauflächen etwa 2 Hektar Kaffee in Verbindung mit Frucht- und Waldbäumen. In den niedrigeren Zonen werden außerdem viele Nahrungsmittel wie Bananen, Maniok, Bohnen, Gemüse und Reis angebaut und auf kleinen Höfen Tiere gezüchtet. Jedoch ist der Kaffee die einzige finanzielle Einnahmequelle der Familien. Die Böden der Region sind jung, fruchtbar und größtenteils bewaldet. Dank der Höhenlage und der Feuchtigkeit der Amazonasgebiete zeichnet sich der Kaffee dieser Region durch ein einzigartiges Aroma aus.

 

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

Vereinigung zweier Ethnien

Die Gemeinschaft ORO VERDE vereint 1000 Kaffee-Kleinproduzenten in der Region Lamas am Rande der Peruanischen Anden. Diese Region war früher nur sehr dünn besiedelt und schwer zugänglich. Die Urbevölkerung, der ethnischen Gruppe der Chanka angehörig, lebte seit langer Zeit auf den unterschiedlichen Höhen dieser bergigen Region, vom tropischen Regenwald bis zu den hohen Bergregionen. Ein großer Teil der Region war damals mit Primärurwald bedeckt, nur ein geringer Teil wurde für den landwirtschaftlichen Anbau genutzt.

Die landwirtschaftliche Erschließung der Region, die bis heute andauert, führte zu der Immigration vieler andiner Bauern in die Lamas-Region. Aus diesem Grund besteht die Genossenschaft ORO VERDE heute aus Siedlern aus den Anden und der ethnischen Gruppe der Chanka, die ihre kulturelle Identität bewahren konnten. Sie sprechen die Quechua, produzieren und tragen traditionelle Kleidung und verwalten ihr Territorium kollektiv.

Der ORO VERDE Kaffee ist einer der aromatischsten Kaffees aus dem Nor Oriente. Er zeichnet sich durch seine Ausgewogenheit aus lieblicher Note und feiner Säure aus. In einem nationalen Wettbewerb der besten Arabicas wurde der ORO VERDE Kaffee einmal mit der Goldenen und einmal mit der Silbernen Medaille ausgezeichnet.

 

Erfolge des Fairen Handels : Wirtschaftliche Erfolge

Ein stabiles Einkommen

Bei ihrer Gründung 1999 war die Genossenschaft noch nicht in Fairhandels-Netze eingebunden, aber dank der hohen Qualität konnten sie ihren Kaffee relativ lukrativ absetzen. Seit dem Jahr 2000 fallen die weltweiten Kaffee-Preise drastisch. Aufgrund ihrer Bio- und Fair-Trade-Profilierung hat es die Kooperative geschafft, einen im Vergleich zu anderen Exporteuren erhöhten Exportpreis für ihren Kaffee zu behaupten. 2002 verkaufte sie ihren Kaffee im Durchschnitt für 0,74 US Dollar pro Pfund, währen der Durchschnittspreis der Peruanischen Kaffee-Exporteure bei 0,50 US pro Pfund lag.

2004 gelang es der Kooperative, mehr als die Hälfte ihrer Produktion fair gehandelt und in Bio-Qualität zu verkaufen. Der Rest wurde auf dem konventionellen Markt verkauft. Während der Durchschnittspreis der Peruanischen Kaffee-Exporteure in diesem Jahr bei 0,69 US Dollar (Pfund) lag, bewahrte ORO VERDE einen Durchschnittspreis von 1,11 Dollar pro Pfund – beinahe doppelt so hoch wie der konventionelle Marktpreis.

Im Zuge einer Kampagne hat ORO VERDE 2007 100 Prozent seines Kaffees auf dem Fair-Trade-Markt verkauft, davon waren 70 Prozent (119 USD +10 USD Entwicklungsprämie +15 USD Bio-Prämie) der Produkte sowohl fair gehandelt als auch biologisch hergestellt.

Als 2007 die New Yorker Börsenkurse in der Zeit zwischen Mai und September zwischen 1,12 und 1,28 Dollar pro Pfund schwankten, lag der konventionelle Kaffee-Preis einige Male sogar über dem Mindestpreis des Fair-Trade-Marktes. Der Verkaufspreis der Akteure des Fairen Handels blieb jedoch oberhalb des Preises anderer lokaler Exporteure. Dies ist zum einen der Fairhandels-Prämie (10 USD pro Pfund), zum anderen der überdurchschnittlichen Qualität des Kaffees zu verdanken.

Die Güte des Kaffees resultiert auch aus der technischen Weiterentwicklung sowie Investitionen in die Produktion, die die Genossenschaft in den letzten Jahren durchgeführt hat.

Auch unter schlechten weltwirtschaftlichen Bedingungen konnte Genossenschaft den Produzenten einen 10 bis 15 Prozent höheren Preis im Bezug zu anderen Zwischenhändlern in der Region bezahlen. Der garantierte Mindestpreis des Fairen Handels bewirkt, dass eine Mindestdifferenz zum konventionellen Kaffee-Preis bleibt, auch wenn die internationalen Kaffee-Kurse ansteigen. Um das Vertrauen der Produzenten zu erhalten, ist es wichtig, dass die Fair-Trade-Genossenschaften einen höheren Preis als die konventionellen lokalen Zwischenhändler bezahlen können.

Auch ist es wichtig zu betonen, dass neben dem höheren Preis auch die Vorfinanzierung der Ernten und die permanente Ausbildung und Beratung durch Fachleute der Genossenschaft einen großen wirtschaftlichen Einfluss auf die Produzenten haben.

VerkostungHöchste Qualität durch den Fairen Handel

Als sich die Produzenten auf den Anbau von Kaffee-Kulturen spezialisierten, investierten sie in Techniken zur Verbesserung des Kaffees. Heute verfügt jede Familie über eine eigene Ausrüstung, die es ihr erlaubt, die Nassabschälung, Fermentieren, Waschen und Trocknen des Kaffees selbst vorzunehmen.

Die Anschaffung der Arbeitsmittel durch die Familien wurde erst ermöglicht durch das von der Genossenschaft eingeführte Kredit-System sowie die Unterstützung durch 9 Techniker, die von der Genossenschaft finanziert werden. Die heute erreichte Qualität des Kaffees liegt weit über den üblichen Standards der Region.

 

 

Erfolge des Fairen Handels : Soziale Erfolge

Gruppe von PflückernDemokratische Genossenschaft

Angesichts des großen ökonomischen Erfolges der Genossenschaft hat es ORO VERDE auch geschafft, seine Mitgliederzahl erheblich zu erhöhen. Die Anzahl von 56 im Jahr 1999 stieg stetig über 165 im Jahr 200, 500 im Jahr 2005 auf 1000 Mitglieder im Jahr 2007.

Innerhalb ihrer Organisationsstruktur hat die Genossenschaft eine Abstimmungs-Parität eingeführt. So ist nicht länger der Mann der einzige Repräsentant der Produzentenfamilie, sondern Mann und Frau werden gleichberechtigt in den Entscheidungsprozess einbezogen.

Die Bildungsarbeit von ORO VERDE hat in den letzten 10 Jahren dazu beigetragen, landwirtschaftliche Leiter auszubilden, die heute in die lokale Entwicklung investieren.

Verändertes Familienleben

Neben den Eltern profitieren auch die Kinder von der landwirtschaftlichen Entwicklung. Die anspruchsvolle Koka-Wirtschaft verpflichtete die Kinder zur Arbeit. Mit der Entwicklung des Kaffees können sie ihrer Schullaufbahn nachgehen. Diese Veränderung verbesserte auch die Beziehung zwischen Eltern und Kinder.

Außerdem wird 10 Prozent der Entwicklungsprämie für eine Mitglieder-Krankenversicherung verwendet.

 

Erfolge des Fairen Handels : Ökologische Erfolge

Eine ökologischere und ertragsreichere Landwirtschaft

Die Schaffung eines regionalen Verbotes der Waldabholzung fördert den Schutz der Artenvielfalt ebenso wie das staatliche Projekt «Fondo Bosque». Neu angelegte Baumschulen obliegen der Pflege von Familien und Gemeinschaften. Einen natürlichen Schattenspender (wie Hülsenfrüchte der Inga-Art) findet man dort auch die kleinblättrigen «Shimbillo»- Bäume, Mahagoni (die am meisten ausgebeutete Art) und die ursprünglichen Zederbäume (die innerhalb von 5 Jahren 4 Meter hoch werden können).

Auch hat ORO VERDE ein Umweltzentrum zur Ausbildung und Förderung junger Führungspersönlichkeiten in den Bereichen der Produktion, des Qualitätsmanagements und des Vertriebs eingerichtet.

BaumschulenKaffeepflanzen für die Regenerierung der
Böden

Mehr als die Hälfte der Lamas-Region ist immer noch mit intaktem Primärwald bedeckt. Um ihn zu erhalten, ist es notwendig, die Ertragsfähigkeit des Kaffees zu steigern und so den Druck auf die natürlichen Anbauflächen abzubauen. Seit 10 Jahren engagiert sich die Genossenschaft in diesem Bereich.

Die Ausbildung und Beratung der Kaffeeproduzenten hat dazu beigetragen, ein ökologisches Agrarsystem zu entwickeln: Durch Ersatz der alten Pflanzen durch neue Pflanzen, die in den Baumschulen aufgezogen und ausgewählt wurden, kann die eine höhere Produktivität erlangt werden.

 

 

AgrarforstwirtschaftAufforstung fördert die Fruchtbarkeit des
Waldes

Um beste Bedingungen für die Fruchtbarkeit des Waldes herzustellen, werden schattenspendende Bäume gepflanzt und gepflegt. Die Bäume entziehen Mineralstoffe aus der Tiefe und die herabfallenden Blätter bilden eine natürliche Humus-Schicht, die den niedrigeren Kulturen diese Nährstoffe wieder zurückgibt. Diese Agrar-Forstwirtschaft erhält die Fruchtbarkeit der Böden, die auf diese Weise nicht mehr auf chemische Düngemittel angewiesen sind. Dies erfordert zwar zusätzliche Arbeit, die Erträge sind jedoch doppelt so hoch wie bei herkömmlicher Agrarwirtschaft. Im Gegensatz zu 0,5 Hektar Kaffeeanbaufläche mit ungefähr 360 kg pro Hektar Ertrag früher, bauen die Produzenten von ORO VERDE heute 2,8 Hektar Kaffee an, welche ihnen eine Ausbeute von 816 kg Kaffee pro Hektar bescheren.

Mit diesem neuen Anbausystem gelingt ein Prozess zur Steigerung der Fruchtbarkeit. Das veraltete und zerstörerische System der Brandrodung kann nun umgangen werden.

 

Bibliographische Quellen:

 

 

ETHIQUABLE (Frankreich)
www.ethiquable.com

 


 Cooperativa Oro Verde

 
 
 
 
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