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CEPICAFE und CEPROAA: Kakaoproduzenten aus Peru

Zartbitter-Schokolade 64%Kakao aus Peru 100gZartbitter-Schokolade Kaffee-Kardamon aus Peru 100gZartbitter-Schokolade Sternanis-Sesam aus Peru 100g
 

Peru Karte Nor OrienteLage
Die nordperuanischen Täler der Anden

Mitglieder
CEPICAFE : Etwa 400 der im Hochtal von Piura lebenden Familien sind Kakaoproduzenten.
CEPROAA (Cooperativa Central de Productores Agropecuarios de Amazonas) : 1300 Familien (50 Basisvereinigungen und 3 Verbände)

Produzenten
Kleinbauern, die je 1 bis 2 ha nach traditionellen Anbaumethoden bewirtschaften

Produkt
Fermentierter Kakao der Sorte Criollo

 

Hintergrund

Herkunft des Criollo-Kakaos
Diese ETHIQUABLE-Schokolade enthält ausschließlich peruanischen Kakao der Sorte Criollo. Aus dieser Sorte lässt sich eine ausgezeichnete, sehr aromatische Schokolade herstellen. Nur 15 % des weltweit produzierten Kakaos werden aus dieser in Zentralamerika heimischen Sorte hergestellt. Aus der zweiten Kakaosorte Forastero, die aus dem Amazonasbecken stammt und deren Anbau auf alle Kontinente ausgebreitet wurde, wird eine geschmacklich weitaus kräftigere und weniger aromatische Schokolade hergestellt.

Die in unserer Schokolade verwendete Sorte Criollo wird von zwei Mitgliederverbänden der NORANDINO –Genossenschaft geliefert:

* Die an den zum Pazifik hin abfallenden Westhängen der Anden ansässigen Produzentenvereinigungen von CEPICAFE im Hochtal von Piura,
* die in der Provinz Bagua an den Berghängen des Amazonasgebietes produzierenden Mitglieder von CEPROAA (Zentrale Genossenschaft der landwirtschaftlichen Produzenten im Amazonasgebiet).

Modernisierungskampagnen, die in anderen kakaoproduzierenden Regionen Perus durchgeführt wurden, haben diese Regionen nicht erreicht. Die Kampagnen hatten die Einführung der schnell reifenden und ertragreichen Hybridsorte CCN 51 zum Ziel, die sich durch einen sehr hohen Fettgehalt auszeichnet, aber geschmacklich weniger attraktiv ist. In Piura und in Bagua haben die Kleinbauern ihre traditionellen Anbaumethoden und die ursprüngliche Sorte Criollo bewahrt. Heute entdecken die Schokoladenfabrikanten das aromatische Potenzial dieser Sorte neu. Was einst als überholt galt, ist heute ein Vorteil.

 

KakaoproduzentZudem werden auf 30 % der Plantagen Piuras weiße Kakaobohnen angebaut, der aus Venezuela stammenden Sorte „Porcelana“ nicht unähnlich. Aus diesen Kakaobohnen wird ein hervorragender, sehr milder Kakao mit außergewöhnlichen Eigenschaften hergestellt.

Die Qualität des Kakaos wird in besonderem Maße vom regionalen Genbestand der Pflanzen sowie von den spezifischen Gegebenheiten der Region bestimmt. An den dem Pazifik zugewandten Andenhängen herrscht ein sehr trockenes Klima. Sieben Monate lang fällt überhaupt kein Regen. Daher sind die Bauern dazu gezwungen, beim Anbau des Kakaos auf Bewässerungssysteme und Mischkulturen mit verschiedenen Obstbäumen (Mango- und Zitronenbäume, Kokospalmen usw.) zurückzugreifen.

 

Junge Kakaopflanze An den Berghängen der Amazonasseite, wo ganzjährig Regen fällt, herrschen bis in Höhenlagen von 900 Metern gute Bedingungen für die Kultivierung von Kakao. Er wird in Kombination mit Obstbäumen und Bananenstauden im Schatten größerer Bäume angepflanzt.
Diese Anbaumethode, die landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Aspekte vereint, bietet einen hervorragenden Schutz vor Bodenerosion, einem Problem, das in Gegenden mit steilen Abhängen und starkem Niederschlag besonders akut ist.

 

Die hiesigen Kakaoproduzenten haben sich dafür entschieden, ihre Sorte Criollo zu bewahren, auch wenn sie geringere Erträge einbringt. Ziel ist es, Schokoladenfabrikanten zu finden, die bereit sind, in die außergewöhnliche Qualität der Criollo-Bohne zu investieren, so dass die Produzenten die geringeren Ertragsmengen ausgleichen können. Daher gilt es, diese speziellen Kakaosorten stärker von den anderen abzuheben und die Verarbeitungsprozesse nach der Ernte zu verbessern. Nur so kann ein qualitatives Niveau erreichen werden, mit dem die Produzenten auf den finanzstärkeren Märkten Fuß fassen können. Vor dieser Herausforderung stehen die Produzentenverbände, die die hohe Qualität ihrer Kakaos mithilfe des Fairen Handels aufwerten.

 

Vielfalt der landwirtschaftlichen Produktion
Reisfeld Die Provinz Bagua ist landwirtschaftlich in drei Zonen geteilt: In den Tälern wird Reis angebaut, bis in eine Höhe von 900 Metern Kakao und in den noch höher gelegenen Gebieten Kaffee. Viele Bauernfamilien der Region bewirtschaften alle drei Zonen. Sie produzieren Reis für den familiären Eigenbedarf sowie Kakao und Kaffee zur Erwirtschaftung finanzieller Einkünfte. In einigen Fällen sind die Produzenten jedoch hauptsächlich Kakao-Produzenten, die keine Reisfelder oder Kaffeeplantagen besitzen.

Die Familien bauen 2 oder 3 ha Reis an und ernten zweimal jährlich. Ihre Kakaobäume wachsen auf 0,5 bis 1 ha und die Kaffeeplantagen haben eine Größe von 2 bis 4 ha.

Die Mischkulturen auf den Anbauflächen decken zudem den Bedarf der Familien an Maniok, Kochbananen, Bohnen, Obst und Gemüse.

Die landwirtschaftliche Erschließung der Amazonasregion hat erst vor weniger als einem Jahrhundert begonnen und hat in den 1950er Jahren stark zugenommen. Die Bauern haben häufig einige Hektar Primärwald bewahrt, die den zukünftigen Generationen zur Verfügung stehen sollen. Beim Anlegen ihrer Anbauflächen wählen sie einige Baumarten aus, die als Schattenspender für die Kaffee-, Kakao- und Obstplantagen fungieren sollen.

 

Trocknen des Kakaos unter DachDie ursprüngliche und gut an das Anbaugebiet angepasste Sorte Criollo entfaltet ihr volles aromatisches Potenzial, wenn die frisch geernteten Kakaobohne 4-5 Tage fermentiert werden. Bevor es die Genossenschaft gab, verkauften die Produzenten den Kakao an regionale Händler, die den Fermentationsprozess nicht streng genug kontrollierten. So wurde mehr als die Hälfte der Kakaobohnen gar nicht fermentiert. Durch die Anwendung eines strengen Leistungsverzeichnisses für die physikalische Bearbeitung und die gleichmäßige Trocknung der Bohnen erzeugen die Produzenten heute mehr als 85 % gut fermentierte Kakaobohnen. Dieser Prozentsatz ist für die Herstellung eines aromatischen Kakaos unerlässlich.

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

Die Verbände der Kakaoproduzenten
Heute produzieren zwei Basisvereinigungen der NORANDINO-Genossenschaft den Kakao für die ETHIQUABLE-Schokolade:

* CEPICAFE : Etwa 400 der im Hochtal von Piura lebenden Familien sind Kakaoproduzenten.
* CEPROAA (Zentrale Genossenschaft der landwirtschaftlichen Produzenten im Amazonasgebiet): 1300 Familien (50 Basisvereinigungen und 3 Verbände)


CEPICAFE war zunächst eine Organisation von Kaffeeproduzenten. In den 1990er Jahren begann die Organisation, Kaffee von ca. 2500 Kleinbauern zu vertreiben, die in Piura an den dem Pazifik zugewandten Andenhängen leben. Von Beginn an legte diese Genossenschaft – einer der Hauptpartner von ETHIQUABLE – Wert auf eine breit gefächerte Produktpalette. So konnte CEPICAFE sein Angebot neben der Kaffeeproduktion auch auf die Herstellung von braunem Vollrohrzucker in verschiedenen dörflichen Produktionsstätten und von Marmeladen aus Früchten (Orange, Limette, Papaya, Banane), die in Mischkultur mit Kaffee angebaut werden, ausweiten.

Nach und nach ermöglichte CEPICAFE auch den an den Berghängen der Amazonasregion ansässigen Produzentenverbänden, zum Vertrieb ihres Kaffees die Netzwerke des Fairen Handels zu nutzen. 2006 führte die Kooperation der verschiedenen Verbände zur Gründung der Absatzgenossenschaft NORANDINO, die sich zunächst aus den Genossenschaften CEPICAFE, CENFROCAFE und ORO VERDE zusammensetzte und seit 2008 auch die Genossenschaften La Palma, Lonya Grande und CEPROAA vereint. Der Dachverband NORANDINO unterstützt die Mitgliederverbände bei der Verarbeitung des Rohkaffees und bietet Qualitäts- und Exportkontrollen. Zudem konnten die Produktionsverbände mit der Gründung der Spar- und Kredit-Genossenschaft „COOPAC Norandino“ den Kleinbauern die Erlangung von Krediten erleichtern.

Seit einigen Jahren arbeiten verschiedene Produktionsverbände mit NORANDINO zusammen, um den Kakaoertrag abzusetzen. Es handelt sich dabei entweder um Kaffeeproduzenten, die auch Kakao anbauen, oder aber um Produzenten, die in den tiefer liegenden, an die Kaffeeplantagen grenzenden Kakaoanbaugebieten leben. In Piura bemerkte man die Erfolge, zu denen CEPICAFE der Kaffeeproduktion im letzten Jahrzehnt verholfen hatte, und so suchte man die Unterstützung des Dachverbandes, um den eigenen Kakao gewinnbringender zu vermarkten.

Der Verband CEPROAA wurde in den 1990er Jahren gegründet. Zu ihm gehören Reisbauern aus dem Tiefland der Provinz Bagua, das mit Bewässerungssystemen bewirtschaftet wird, sowie Kakaoproduzenten (ca. 250 Familien) und Kaffeeproduzenten (600 Familien).

Carnet 
Kaffee aus Peru

 

 

 

 

 

 

Peru: Mehr als nur Kaffee. Genossenschaft CEPICAFE/ Unterstützung bäuerlicher Landwirtschaft

 

Erfolge des Fairen Handels : Wirtschaftliche Erfolge

Durch die Anhebung des Weltmarktpreises für Kakao seit 2003 und die durch den Fairen Handel garantierte Preisstabilität konnten die Mitglieder von CEPROAA und CEPICAFE ihre Anbauflächen vergrößern. Im Gegensatz zu den Produzenten der großen kakaoproduzierenden Gebiete Perus (San Martin, Ayacucho und Huanuco) konnten sie zudem die Sorte Criollo erhalten.

Ohne den rentablen Preis des Fairen Handels wäre es unmöglich, eine Produktion auf Grundlage der traditionellen, weniger ertragreichen Sorte aufzubauen. Im Netzwerk des Fairen Handels wurden 2007 Exportpreise um 3500-4000 Euro pro Tonne gezahlt, während sich die internationalen Preise um 2000 Euro pro Tonne bewegen. Daher können die Kakaoproduzenten den Anbau der aromatischen Sorten in Betracht ziehen, obwohl diese weniger Ertrag bringen.

Außerdem werden die Bohnen vor Ort geröstet und verarbeitet. So verbleibt ein größerer Mehrwert im Land und die Genossenschaft kann ein vollständig verarbeitetes Produkt und eben nicht nur den reinen Rohstoff vertreiben.

 

Erfolge des Fairen Handels : Soziale Erfolge

CEPICAFE, eine regional, national und international anerkannte Organisation
In nur zehn Jahren ist es CEPICAFE gelungen, die Produktionssysteme der in Piura tätigen Produzenten zu optimieren und deren Lebensweise zu verändern. Die Organisation, die anfänglich von Vertretern der Bauernschaft initiiert wurde, konnte in nur wenigen Jahren alle Produzenten der Region überzeugen, und dies trotz widriger Begleitumstände (strukturelles Anpassungsprogramm, Liberalisierung der Wirtschaft, fehlende politische Initiativen zur Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft).

Die Verwaltung der Produktion und der Finanzen in den Basisverbänden Piuras erfolgt autonom und dezentral. Sie beruht auf dem Prinzip der finanziellen Transparenz, die das Vertrauen der Mitglieder in ihre jeweiligen Verbände stärkt.

Diese Arbeitsweise wurde weitgehend auch auf die anderen Genossenschaften wie z. B. Lonya Grande, La Palma und CEPROAA übertragen, die NORANDINO erst vor kurzem beigetreten sind. Ein systematischer Erfahrungsaustausch zwischen den einzelnen Verbänden und den gewählten Führungskräften vereinfacht diesen Eingliederungsprozess. CEPICAFE verhilft den Basisverbänden zu einer besseren Organisation, insbesondere durch betriebswirtschaftliche Weiterbildungsprogramme, die durch die NGO Pidecafé und die französischen Organisation AVSF (Landwirte und Tierärzte ohne Grenzen) ermöglicht werden.

Interessenvertretung der Produzenten auf nationaler Ebene
CEPICAFE ist Mitglied der Junta Nacional del Café, der Gewerkschaft der peruanischen Kaffeeproduzenten, die mehr als 35 Kaffee produzierende Verbände umfasst. Sie hat beispielsweise die Erhaltung gewisser Steuererleichterungen für Kleinbauern durchgesetzt.

Auf dieser Grundlage haben die fairen Handel betreibenden Verbände (FLO-zertifiziert) auch die Coordinadora Nacional de Comercio Justo gegründet. Deren Ziel ist es, die Grundprinzipien des fairen Handels durchzusetzen. Derzeit steht ein Vertreter von CEPICAFE diesem Netzwerk vor, das sich in besonderem Maße gegen die Zertifizierung des größten peruanischen Exportunternehmens als Vertreter des Fairen Handels einsetzt (von FLO zugelassen). Tatsächlich geht man davon aus, dass die Tätigkeiten dieses Unternehmens eher gegen die Verbandsarbeit der Produzenten gerichtet sind.

CEPICAFE, La Palma und CEPROAA sind außerdem Mitglieder der peruanischen Vereinigung der Kakaoproduzenten (APPcacao), ein nationales Netzwerk, zu dem 2008 insgesamt 12 Produktionsvereinigungen gehörten. APPcacao ist heute der bevorzugte Ansprechpartner des Staates, wenn es um die Einführung staatlicher Maßnahmen zur Förderung der Kakaoproduktion geht (z. B. die Einführung von Qualitätsrichtlinien für den Export von peruanischem Kakao).

 

Erfolge des Fairen Handels : Ökologische Erfolge

Wald

Ziel des Fairen Handels ist es, den auf landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Prinzipien beruhenden Anbau der Kakao-Sorte Criollo zu erhalten. Diese Sorte ist gut an die natürliche Umgebung angepasst und trägt zur Erhaltung der Biodiversität und der Fruchtbarkeit der Böden bei (Bekämpfung der Erosion und Bepflanzung der Böden). Kakaobäume verdrängen andere Pflanzenarten nicht. Ganz im Gegenteil bilden sie Wälder, in denen auch Gewächse verschiedener Größe Platz finden und die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen vielfältigen Lebensraum bieten.


Schließlich können die Familien auch durch die gewinnbringendere Vermarktung des Kakaos besser von ihren Anbauflächen leben. Das ermutigt sie dazu, die heute noch nicht erschlossenen natürlichen Wälder zu erhalten.

 

Bibliographische Quellen

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Ethiquable

Bericht "Pôle Filières ETHIQUABLE"- März 2008

 

 
 
 
 
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