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Lage
9 Basisvereinigungen im Norden, im Zentrum und im Osten des Landes
Mitglieder
Circa 10.000 Kakao-Kleinproduzenten
Produzenten
Kleinproduzenten mit 1 bis 3 ha Grund (90 % < 5 ha), auf dem nach traditioneller Anbauweise neben dem Kakao auch andere Nahrungsmittel angebaut werden (Maniok, Kochbananen, Bohnen, Obst)
Produkt
Fermentierter Kakao (Hispaniola) und unfermentierter Kakao (Sanchez) aus biologischem oder konventionellem Anbau
Produktion
5.000 bis 10.000 Tonnen Kakao jährlich (10 - 20 % der nationalen Produktion)
Kakaoanbau in der Dominikanischen Republik
Schon lange vor der Entdeckung der Neuen Welt wurden die aus Südamerika stammenden Kakaobäume vom Menschen auf die Karibischen Inseln gebracht, unter anderem in die heutige Dominikanische Republik. Deshalb gehen die Kakaoanpflanzungen hier auf drei verschiedenen Kakaosorten zurück: den Criollo aus Mittelamerika, den Forestero aus dem Amazonasbecken und den Trinitario, einer natürlich entstandenen Mischform aus den ersten beiden Sorten. Durch diese Zusammensetzung entsteht der besondere Charakter und der unverkennbare Geschmack des dominikanischen Kakaos.
Seit ihrer Unabhängigkeit im Jahre 1844 setzt die Dominikanische Republik auf den Kakaoanbau, um daraus ein Exportprodukt zu machen. Schnell wurden die USA zu einem der wichtigsten Abnehmer. Schon damals war der Kakaoanbau ein Handelsbereich, der von einigen wenigen Großgrundbesitzern kontrolliert wurde. Diese behielten den Großteil des Gewinns ein. Auch heute noch wird der Kakaoexport von drei großen Unternehmen dominiert, die den Markt beherrschen.
Kakaofermentation und Bio-Produkt: die Standbeine der Genossenschaft

Im Jahr 1989 haben sich die lokalen Bauernverbände zu einem Produktionsverband zusammengeschlossen. Im Rahmen eines Entwicklungsprojektes mit einer deutschen Genossenschaft gründete sich CONACADO (dt.: Nationaler Zusammenschluss dominikanischer Kakaobauern). Die Genossenschaft umfasst heute circa 10.000 Familien, das sind 23 % aller dominikanischen Kakaoproduzenten. CONCADO exportiert rund 25 % des national produzierten Kakaos, was 10.000 Tonnen entspricht.
CONACADO wurde gegründet, um die Lebensbedingungen der Kakaoproduzenten zu verbessern. Diese waren stark abhängig von den schwankenden Weltmarktpreisen und produzierten zudem einen nur mittelmäßigen Kakao, den sie kaum gewinnbringend an die Abnehmer verkaufen konnten.
Einen ersten Impuls zu Neuerungen gab CONACADO mit der Einführung der Fermentation des Kakaos nach der Ernte. So konnte der hochwertige Kakao hergestellt werden, der auf dem europäischen Markt gehandelt wird. Denn bis zu diesem Zeitpunkt produzierte die Dominikanische Republik nur unfermentierten, sonnengetrockneten Kakao, der für den großen amerikanischen Markt bestimmt war und zu sehr schlechten Preisen verkauft wurde. Die Fermentation des Kakaos ist wesentlich, damit bei der Herstellung der zukünftigen Schokolade die Aromen zur vollen Entfaltung kommen. CONACADO kann so mit der heute in der Dominikanischen Republik üblichen Produktionsweise ein außergewöhnliches Produkt bieten und dadurch auf ertragreicheren Märkten Fuß fassen.
Die Einführung eines Bio-Zertifikats ermöglichte eine wichtige strategische Umorientierung der Genossenschaft. So konnte man einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zu anderen Gebieten geltend machen, denn die dominikanischen Produzenten verwenden traditionellerweise keine chemischen Düngemittel. Um das Zertifikat für die Produkte zu erhalten, stellt die Genossenschaft jedem seiner Kakaoproduzenten einen Ansprechpartner für technische und andere Fragen zur Seite. Inzwischen verkaufen 90 % der Kakaoproduzenten, die für CONACADO arbeiten, den zertifizierten Bio-Kakao. Dank der Initiative der Genossenschaft ist die Dominikanische Republik weltweit führender Exporteur von Bio-Kakao.
1996 erhält CONACADO schließlich das Gütesiegel für Fairen Handel. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Fairtrade-Markt für Kakao noch im Anfangsstadium seiner Entwicklung und die Kakaoabsatzquote der Genossenschaft liegt lediglich bei 10 %. Seit 2003 entdecken die europäischen Verbraucher die fair gehandelte Schokolade und der Absatz steigt. Mehr als 60 % der Produktion von CONACADO werden inzwischen im Rahmen des Fairen Handels vertrieben.
Zur Herstellung der fair gehandelten Produkte wird ausschließlich fermentierter und zum Großteil auch biologisch angebauter Kakao verwendet. So stärkt der Faire Handel die Qualitätsrichtlinien der Genossenschaft.

Die Kakaoproduktion in der Dominikanischen Republik wird von Kleinproduzenten betrieben, die 2 - 5 ha Land bewirtschaften. Der dominikanische Kakaoanbau beruht auf einem land- und forstwirtschaftlichen System, das die Anpflanzung von Kakaobäumen, Obstbäumen (Orangen, Avocados...), Bananenstauden und Eigenbedarfkultur (Bohnen, Maniok...) vereint. Die Bauern verwenden weder Dünger noch andere chemische Produkte. Die Böden der Plantagen werden auf natürliche Weise wieder fruchtbar, da so - ähnlich wie im Wald - eine dicke Humusschicht entsteht.
CONACADO setzt sich aus neun Regionalverbänden zusammen, die wiederum in verschiedene lokale Verbände unterteilt sind. Jeder Regionalverband verfügt über eine oder mehrere Verarbeitungsstätten, in denen der Kakao fermentiert werden kann. Nach der Ernte muss der Produzent die Schoten aufbrechen und die von weißem Fruchtfleisch (Pulpa) umhüllten Kakaobohnen aus der Schote herauslösen. In dieser Form nimmt die Genossenschaft den Kakao entgegen und bringt ihn zur Verarbeitungsstätte, wo er in großen Holzkästen über fünf Tage hinweg fermentiert wird. Durch eine tägliche Durchmischung wird die gewünschte Fermentation des Bohnen-Pulpa-Gemischs begünstigt. Die Bohnen werden dann in der Sonne getrocknet, bis sich ihr Wassergehalt von 55 % auf 7 % reduziert hat. Abschließend werden die Bohnen bei 100 - 140°C eine halbe Stunde lang geröstet, dann geschält und schließlich im noch warmen Zustand zermahlen. So entsteht eine Paste, die, nachdem sie abgekühlt und fest geworden ist, Kakaomasse genannt wird. Diese wird bei einer Temperatur von 100 - 110°C hydraulisch gepresst. So werden Kakaopulver und Kakaobutter voneinander getrennt.
ETHIQUABLE importiert diese verarbeiteten Produkte und liefert sie an die Chocolaterie Klaus im französischen Departement Doubs. .
Der gewinnbringende Absatz des Fairen Handels ermöglicht es CONACADO, den Produzenten einen Preis zu zahlen, der 20 - 30 % höher ist als der Preis, den Abnehmer vor Ort bezahlen. Hauptsächlich hat sich CONACADO jedoch für den Fairen Handel entschieden, um von dessen Preisstabilität zu profitieren. Selbst wenn der Kurs für Kakao nämlich momentan relativ hoch liegt, ist ein Fallen der Kurse in der Zukunft zu erwarten. Ein solcher Kreislauf ist für Dauerkulturen nicht selten.
ETHIQUABLE kauft von CONACADO Kakaomasse und Kakaobutter, nicht aber das Rohmaterial. Durch die Verarbeitung vor Ort bleibt außerdem ein größerer Teil des Mehrwertes direkt bei der Genossenschaft, die somit – anders als durch den Absatz auf dem konventionellen Markt – 50 % mehr Gewinn erwirtschaften kann.
Unzureichenden Infrastrukturen zur Fermentation und zur Trocknung des Kakaos stellen das größte Problem für CONACADO dar. Ein Großteil der Kakaobohnen wird immer noch ohne vorherige Fermentation in der Sonne getrocknet, da es in vielen der kleinen, abgelegenen Dörfer keine Verarbeitungsstätten gibt. Aus diesem Grund investiert CONACADO die Entwicklungsprämie des Fairen Handels in den Bau von Fermentationskästen und Trocknungsanlagen. An dieser Stelle fungiert der Faire Handel auch als Instrument, das zukunftsorientiert genutzt wird und die von den Produzentengenossenschaften angestrebten Qualitätsgrundsätze stärkt.
Eine der Stärken von CONACADO ist die Vorfinanzierung der Ernten. So sinkt das Risiko für die Produzenten, sich verschulden zu müssen oder enteignet zu werden.
Grundsätzlich erhalten dominikanische Produzenten zweimal im Jahr ihren Lohn, nämlich während der zwei Haupterntezeiten im Dezember und im Zeitraum von März bis Juli. Die Mitglieder von CONACADO hingegen beziehen ihr Einkommen über das ganze Jahr hinweg. Dies geschieht durch Vorschüsse, die vor den Ernten ausgezahlt werden, durch eine Zahlung bei Ablieferung des Kakaos und schließlich durch eine Rückvergütung, sobald der Kakao von der Genossenschaft verkauft ist. Dieses System, das die Absicherung der Produzentenfamilien garantiert, wird einerseits durch die Vorfinanzierung seitens der Fairtrade-Händler ermöglicht, andererseits aber auch durch die aus eigener Kraft erwirtschafteten Fonds eines jeden Lokalverbands.

Die ländlichen Gebiete der Dominikanischen Republik sind von Armut geprägt. Die Produzenten haben hier nur in sehr geringem Maße Anteil am Profit. Sie ziehen kaum Gewinn aus den Devisen, die sich aus dem Export der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und aus dem Massentourismus in den Küstengebieten ergeben. 2004 verdiente ein Landarbeiter im Durchschnitt etwa 110 Euro im Monat, während das durchschnittliche Haushaltsgeld der Dorfbewohner auf 280 Euro im Monat geschätzt wurde. Aus diesem Grund zieht ein Großteil der jugendlichen Landbevölkerung es vor, in die Vereinigten Staaten abzuwandern und dort ihr Glück zu versuchen, anstatt auf den heimischen Feldern zu arbeiten.
Indem CONACADO den Beruf des Kakaobauers wieder aufwertet, bietet sich den Jugendlichen die Chance, von ihrer Produktion leben zu können und weiterhin in ihren Dörfern zu bleiben.
In der bäuerlichen Landwirtschaft, die in der Dominikanischen Republik praktiziert wird, werden seit jeher keine chemischen Produkte eingesetzt. Alle Produkte von CONACADO sind mit dem Bio-Siegel versehen oder werden dieses in Kürze erhalten. Die Genossenschaft beschäftigt 80 Agrartechniker zur Unterstützung der Kakaobauern. Ihre Aufgabe ist es, die Einhaltung der Bio-Richtlinien zu überwachen, den Produzenten fachliche Hilfestellung zu leisten, während des Ernteeinsatzes für den reibungslosen Ablauf aller Vorgänge zu sorgen sowie die Produktqualität von der Anbaufläche bis zum Exporthafen zu sichern.
CONACADO: die Qualität steht im Mittelpunkt
Eine der ständigen Aufgaben ETHIQUABLEs ist die Verbesserung der Produktqualität hinsichtlich der Kunden- und Verbraucherbedürfnisse. Deshalb hat ETHIQUABLE Frankreich erfolgreich die notwendigen Schritte unternommen und kann jetzt im Rahmen des Qualitätsmanagements die Zertifizierung ISO 9001 vorweisen.
Aus diesem Grund rufen wir auch unsere Partner im Süden energisch dazu auf, sich ständig mit der Verbesserung ihrer Produktqualität zu beschäftigen. Die Genossenschaft CONACADO, die einen hochwertigen und für die Dominikanische Republik typischen Kakao produziert, kontrolliert regelmäßig dessen Qualität. Abel Fernandez, Verantwortlicher für den Vertrieb bei CONACADO, berichtet von den verschiedenen Etappen dieses Prozesses.
Was ist CONACADO?
CONACADO ist die Organisation, die die Interessen der Kakaokleinbauern von Santo Domingo vertritt. Sie schützt die nationale Produktion und setzt sich für die Förderung des Kakaoexports ein. Der Verband basiert auf dem Repräsentativitätsgrundsatz, d. h. die Produzenten sind auf allen Organisationsebenen vertreten – von den Basisverbänden bis hin zur Geschäftsleitung. Durch die Gründung von CONACADO konnte der kakaoproduzierende Sektor in der Dominikanischen Republik gefördert werden. Die meisten Produzenten schließen sich hier zusammen und verbessern in diesem Rahmen auch ihr technisches Know-how.
Wie verbessert man die Qualität des Kakaos?
Unsere bedeutendste Innovation ist die Wiedereinführung der Fermentation der Bohnen vor der Trocknung. Diese Technik wurde lange vernachlässigt. Wir haben ein Forschungsprojekt zur Fermentation ins Leben gerufen, um so die Qualität weiterhin zu verbessern. Auf diese Weise können wir gleichzeitig die Produzenten schulen und einen sehr hochwertigen Kakao herstellen.
Wie läuft dieser Prozess der Qualitätskontrolle ab?
Nach Abschluss der Fermentationsphase und der Trocknung wird der Kakao während der Abfüllung in die Säcke kontrolliert. Die Qualitätskontrolle der Bohnen wird vom verantwortlichen Prüfer durchgeführt: Er nimmt eine Stichprobe aus jedem Sack und macht den Schnitttest. Dadurch wird das Innere der Bohne sichtbar und er kann eine erste Begutachtung durchführen.
Die perfekte Fermentation einer Kakaobohne erkennt man an der kastanienbraunen Färbung und der rauen Textur, die von kleinen Rissen und Falten geprägt ist.
Findet man hingegen eine feine, ebenmäßige Textur wie etwa bei einem Stück Kreide und eine violette Färbung vor, so spricht dies für eine unzureichende Fermentation.
Durch den Schnitttest werden also gewisse Qualitätsmängel gut sichtbar. Im Falle von weißen Schimmelspuren kann man davon ausgehen, dass die Bohnen nach der Trocknung feucht geworden sind und muss befürchten, dass dadurch auch die Qualität der Schokolade beeinträchtigt wird. Der Geschmack würde zweifelsohne starke Einbußen erleiden.
Welche Wege zur Verbesserung wollen Sie im kommenden Jahr gehen?
Wir sind bestrebt, die Qualität unserer Produkte nachhaltig zu verbessern. Deshalb verfolgen wir verschiedene Aktivitäten im Bereich der Forschung und Entwicklung des Fermentationsprozesses und der Trocknung des Kakaos.
Um unsere führende Position auf dem Bio-Kakaomarkt zu wahren, haben wir ein Qualitätssicherungssystem eingeführt, das nach jedem Produktionsschritt greift – von der Aussaat bis zum Export. So wird die hohe Qualität unseres Produkts gesichert. Außerdem haben wir die Absicht, neue Anlagen für die Trocknung und Fermentation aufzubauen, denn noch geht bei jeder Produktionsetappe eine gewisse Menge an Kakao verloren. Wir müssen also aufgrund der geringeren Qualität zu einem sehr niedrigen Preis verkaufen.
Dank der Blocs* können einige Programme zur Ausbesserung und Erneuerung der Infrastrukturen umgesetzt werden. Die konsequente Realisierung solcher Programme stellt eine große Herausforderung dar und ist unser wichtiges Ziel für die Zukunft.
*Blocs: Zusammenschluss von Basisverbänden unter der Leitung von CONACADO
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