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DAZHANGSHAN: Grüner Tee aus China

Grüner Tee JasminGrüner Tee MinzeGrüner Tee Minze
 

China Karte

Lage
Jiangxi- Region an der Grenze zur Region Fujian, im Zentrum Chinas

Milglieder
14 600 Kleinproduzentenfamilien

Produzenten
Jeweils 1 bis 2 Hektar Kaffee in Verbindung mit anderen Kulturen wie Reis und Gemüse

Ernte
November bis Dezember

FLO Zertifizierung
2001

Hintergrund

DIE URSPRÜNGE DES GRÜNEN TEES

Für viele Chinesen ist der Grüne Tee das beliebteste Getränk. Als sie zum ersten Mal Tee an niederländische Händler verkauften, so erzählt man sich, ließen die Chinesen die Europäer in dem Glauben, der Grüne Tee stamme von einem besonderen Strauch. Mit dieser Begründung exportierten sie zunächst ausschließlich Schwarzen Tee. In Wirklichkeit kommt der Grüne Tee jedoch vom gleichen Busch wie der Schwarze Tee. Jedoch werden die Blätter nicht wie bei der Herstellung von Schwarzen Tee fermentiert. Die chinesischen Händler bewahrten das Geheimnis ihres Lieblingsgetränks, indem sie nur die qualitativ minderwertige Überproduktion ins Ausland verkauften.

Eine andere Version der gleichen Geschichte besagt, dass die ersten Kisten Tee, die zum Verkauf nach Europa geschickt wurden, tatsächlich Grünen Tee enthielten. Jedoch war der im untersten Bereich der Ladung verstaute Tee verschimmelt oder gegehrt. In Europa waren fernöstliche Produkt in dieser Zeit in Mode und so fanden die Europäer den unbekannten Tee vorzüglich. Von nun an erhielten sie nur noch fermentierten Tee aus China.

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

Zwei Frauen bei der Tee-Ernte

Insgesamt bebauen die Mitglieder der Dazhangshan Organic Farmers Association 9000 Hektar Land. Die 14600 Produzentenfamilien sind Besitzer mehrerer kleiner, vereinzelt gelegener Landparzellen. Dies ist eine Folge der Reprivatisierung von Land in den 80er Jahren.

Die Bauernfamilien bauen Reis und Gemüse (wie zum Beispiel Kürbisse, Gurken, Bohnen und Erdnüsse) an. Dies sichert ihnen die Selbstversorgung mit Lebensmitteln. Außerdem erwirtschaften wenige von ihnen über einen Produktionsüberschuss, den sie auf dem lokalen Markt absetzen können. Einige Bauern arbeiten zusätzlich in den Großstädten der Region und erhalten so ein zusätzliches Einkommen. Trotzdem bleibt der Tee, der auf den Parzellen von durchschnittlich einem Hektar Größe angebaut wird, die Haupteinkommensquelle.

Produktionssystem : die Berge des Nebels und der Wolken

Reisfelder im Nebel

Die Gärten der Dazhangshan Organic Farmers Association liegen in der Jiangxi-Region nahe der Grenze zu der Region Fujian im Zentrum Chinas. Sie ist eine der ärmsten Regionen des Landes. Die dortige Natur ist jedoch vergleichsweise gut erhalten. Diese beiden Faktoren haben die Entwicklung einer biologischen Landwirtschaft begünstigt.
Der Tee wird auf den Hängen der Da Zhang Shan, den Bergen, „des Nebels und der Wolken“ in 600 Metern Höhe geerntet. Die fruchtbaren Böden, die Höhenlage und die Feuchtigkeit erlauben die Herstellung eines Tees, der wegen seines reichen Aromas schon seit den Dynastien Tang und Ming in China hoch geschätzt wird.

Tee-Ernte in ChinaJede Knospe der Pflanzen wird von Hand verlesen. Traditionell werden nur die beiden obersten Blätter abgepflückt. Diese grünen Blätter werden dann in den kleinen Fabriken der 36 Dörfer einige Minuten auf 100°C erhitzt, um so die Fermentation zu unterbrechen. Um dem Tee die Formen winziger Kordeln („Chun mee“) oder Kugeln (die berühmten „Gunpowder“) zu verleihen, werden die Blätter per Hand eingerollt. Auf einem Gitter werden sie bei warmer Luft getrocknet und anschließend an eine zentrale Fabrik geliefert. Hier werden sie ausgelesen, sortiert und abgepackt.

Erfolge des Fairen Handels: Wirtschaftliche Erfolge

Der Einfluss der biologischen Produktion und des Fairen Handels. 1998 profitierten die Erzeuger der Genossenschaft Dazhangshan von der erlassenen Erlaubnis, biologisch angebauten Grünen Tee nach Europa zu exportieren. Mit der Einführung der Bio-Produktion gehörte die Kooperative zu Vorreitern in China. Im Jahr 2003 wurde die Fabrik privatisiert und durch mehrere Gesellschafter, darunter die Angestellten, aufgekauft. Der Erfolg dieses Modells und ein gewisser Einfluss in der Region erlauben es der Organisation, beachtliche öffentliche Macht auszuüben. Um die Natur zu wahren, setzt sie sich für die Begrenzung der industriellen Ausbreitung in der Region.

Von den 450 Tonnen Tee, die von den Mitgliedern der Genossenschaft Dazhangshan produziert wurden, waren 2007 etwa 90 Prozent Güner Tee. Es wurden 320 Tonnen Gunpowder und 120 Tonnen Cun mee Tee hergestellt, von welchem etwa 5 Tonnen Hochqualitätsware von chinesischen Tee-Kennern gekauft werden.

Für den unverarbeiteten Tee, den die Produzenten an die Fabrik liefern, wird ihnen ein Preis von umgerechnet 2 bis 2,50€ pro Kilo gezahlt. Dieser Preis ist doppelt so hoch wie der normale Preis in der Region. Die Fairtrade-Prämie von 0,72 € pro Kilo vermehrt diese Vergütung noch einmal um 33 Prozent.

Erfolge des Fairen Handels: Soziale Erfolge

Internat mit einer Gruppe KinderDie Organisation hat sich dem Fairhandels-Netzwerk im Jahr 2001 angeschlossen. Seitdem wurden die Prämien größtenteils dazu genutzt, einen Anbau der Schule zu finanzieren. So gelang es der lokalen Schulen, einen Informatikraum mit 40 Computern sowie ein Sprachlabor zur Förderung der Englischkenntnisse einzurichten.

Mit der Hilfe lokaler Behörden widmet die Organisation die Prämie nunmehr der Errichtung eines Internats in einem anderen Dorf der Region. Den Schülern sollen lange Fußwege erspart und ihre Unterkunftsmöglichkeiten deutlich verbessert werden. Damit auch die ärmsten Kinder Schulen und Universitäten besuchen können, hat sich Dazhangshan entschieden, ihre Bildung durch die Vergabe von Stipendien fördern. Das Programm ist derzeit für vier Jahre finanziert, jährlich profitieren 10 Schüler von der Unterstützung.

Erfolge des Fairen Handels: Ökologische Erfolge

Seit diesem Jahr wird ein Teil der Fairtrade-Prämie gleichermaßen zum einen für die Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft und zum anderen für den Erwerb vom effektiven Werkzeug zur Teeverarbeitung verwendet.
„Wir benötigen die Hilfe zur Verbesserung unseres Tees, um auf diese Weise neue Märkte erschließen zu können“ betont Hong Jianwei.

Bibliographische Quellen:

 

 

ETHIQUABLE (Frankreich)
www.ethiquable.com

 
 
 
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