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SOFA: Tee aus Sri Lanka

Grüner Tee Ceylon

 

Sri Lanka KarteLage
Die Gärten von Kandyan Cha liegen im Kandy - Bergmassiv in Sri Lanka
Mitglieder

800 Kleinproduzentenfamilien, die in 17 Gemeinschaften vereint sind
Produzenten

Gärten von einer Größe von jeweils 0,2 bis 5 Hektar (Tee, Gewürze, Lebensmittel, auch Viehzucht)
Ernte
Januar bis März

 

 

Hintergrund

Vor 1972 trug Sri Lanka den Namen Ceylan, den das britische Königreich ihm gegeben hatte. Diese Bezeichnung hat sich in der Welt des Tees gehalten. Seit 1870 pflanzten die Briten in Ceylan den Tee der Sorte Camellia Sinensis an, der ursprünglich aus China kommt. In dieser Zeit zerstörte Krankheitsbefall einen großen Teil der Kaffeepflanzen. Dies öffnete dem Teeanbau die Türen; heute ist Sri Lanka der größte Tee-Exporteur auf dem Weltmarkt.

Die großflächige Bewirtschaftung durch die Ausbeutung von aus Südindien stammender tamilischer Arbeitskräfte dominiert die Landschaft und Wirtschaft Sri Lankas seit der Unabhängigkeit 1948. 1972 beschränkte eine Agrarreform die Anbauflächen auf 30 Hektar und verordnete die Neuverteilung des Landes auf kleine Felder von weniger als einen Hektar für Bauernfamilien und landlose Dorfbewohner.

Heute stammt 65 Prozent der Teeproduktion aus Sri Lanka von Kleinproduzenten.
Die Kleinproduzenten setzen den Monokulturen der Großbewirtschaftung, richtige „Gärten“ entgegen, in welchen eine große Vielfalt an Produkten kultiviert werden: Der Tee garantiert ein monetäres Einkommen, Früchte und Gemüse dienen dem Eigenverbrauch und Bäume können für den Bau genutzt werden. Die Mehrheit der Tee-Produzenten jedoch bleibt Rohstofflieferant. Sie verkaufen die frisch geernteten Blätter an eine Fabrik, welche sie zu Schwarzem Tee weiterverarbeitet.

 

Geschichte und Organisation der Genossenschaft

Um die Schätze der natürlichen Artenvielfalt in Sri Lanka zu fördern, gründete die unternehmerische Akademikerin Dr Sarath Ranaweera im Jahre 1993 eine eigenständige Organisation. Ihre Philosophie beinhaltete nicht nur den biologischen Anbau von Lebensmittelkulturen, sondern auch den Fairen Handel mit den Produkten. Erfolgreich überzeugte man Kleinproduzenten, sich in Genossenschaften zusammenzuschließen und sich gemeinsam auf neue Produktions- und Verkaufswege umzustellen. Die Produktion wurde kontinuierlich an die Vorschriften der ökologischen Landwirtschaft (wie Kompostierung und manuelle Unkrautvernichtung) angepasst. So gelang 1997 offiziell die erste biologische Ernte von Teeblättern.

Frau im Sari bei der Ernte

Im gleichem Jahr gründeten die Produzenten die SOFA (Small Organic Farmer Association) und übernahmen Aufgaben wie die technische Weiterbildung der Mitglieder und die Vergabe von Darlehen an die Produzenten. Biofoods, eine Teefabrik geleitet durch Sarath Ranaweera, übernimmt die Export-Logistik und eröffnet den Mitgliedern von SOFA Märkte in der ganzen Welt.

Heute vereint SOFA fast 800 Kleinproduzenten, welche 428 Hektar Land bebauen. Die zentrale Herausforderung der Organisation ist die Verbesserung des Lebensniveaus der Bauernfamilien.

 

Parzelle mit WohnhausGartenkulturen
Gelegen im Herzen des Kandy-Bergmassivs in Sri Lanka, profitieren die Gärten von Kandyan Cha von dem durch die Höhenlage gemäßigten Tropenklima. Trockenperioden und Monsune schaffen ausgezeichnete Bedingungen für einen Grünen Tee von hoher Finesse und Qualität. Wie der Schwarze Tee stammt auch der Grüne Tee von der Pflanze camellia sinensis ab; anders als der Schwarze Tee ist er jedoch aus nicht fermentierten Blättern zusammengesetzt. Reich an Antioxidantien und Polyphénol regt er die Fettverbrennung an und verleiht Schwung.

Frauen bei der ErnteEine feine Ernte ist ein Balanceakt Um die Finesse des Aromas und die Einheit des Geschmacks zu gewährleisten, dürfen nur die jungen Blätter der Teepflanzen gepflückt werden. Eine feine Ernte wird erzielt, indem nur die zwei obersten Blätter und die Knospen der Zweige verwendet werden. Eine schlechte Erntetechnik würde nicht nur die Qualität des Tees, sondern auch die Triebe der Pflanzen und so auch die nachfolgenden Ernten gefährden.
In Abhängigkeit von der Höhe und der Jahreszeiten, kann der Tee alle fünf bis zehn Tage einmal geerntet werden. Die geernteten Blätter werden umgehend zu der Weiterverarbeitungsfabrik transportiert. So können ihre natürlichen Eigenschaften bis zur Trocknung bewahrt werden.

 

VerkostungDer grüne Tee von Ethiquable stammt aus dem Uva-Gebiet, einer Region auf mittlerer Höhe, welche von trockenen Winden geprägt ist.
Der Tee hat eine Kupferfarbe, einen aromatischen, runden Geschmack und zeichnet sich dennoch durch seine Milde im Vergleich zu anderen Tees aus Sri Lanka aus.

 

Erfolge des Fairen Handels : Wirtschaftliche Erfolge

PfefferpflanzeAnbau von Pfeffer

Die Etablierung der Bioproduktion und die Fairhandels-Vermarktung wie auch die Verbesserung der Qualität haben die Löhne der Teeproduzenten gesteigert.

Technische Verbesserung als Mittel zur Steigerung der Erträge
Die Organisation SOFA betreut die Teeproduktion regelmäßig durch technische Beratung. Jedes Jahr verwendet sie einen Teil der Fairtrade-Prämie, um 50 bis 150 Tee-Pflanzen an jeden Produzenten zu übergeben und gemeinsame Baumschulen anzupflanzen. Diese Investition hilft, die Tee-Erträge zu verbessern und so auch die Löhne der Produzenten zu steigern.

Unterschiedliche Arbeitsgebiete als Quelle für ergänzendes Einkommen
Die Patenschaft zwischen SOFA und Biofoods wertet auch die anderen Produkte der Kleinerzeuger (wie etwa Gewürze, Früchte und Gemüse) im Fairen Handel und auf den lokalen Märkten auf. Die Weiterverarbeitung und Abpackung der Produkte vor Ort fördert außerdem die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Erfolge des Fairen Handels : Soziale Erfolge

Die Erfolge des Fairen Handels gehen weit über die direkten Auswirkungen des an den Produzenten gezahlten Mindestpreises heraus. Es ist die ganze Gemeinschaft, die von der Anbindung an das Fairhandels-Netzwerk profitiert. Hier finden Sie einige Beispiele konkreter Maßnahmen, die dank der Fairtrade-Prämie von SOFA getroffen wurden.

Verbesserung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft
Techniker bilden die Produzenten auf ihren Feldern über Themen wie die Fruchtbarkeit der Böden, die Ausästung der Sträucher und die richtige Ernte weiter. SOFA unterstützt nicht nur die Anschaffung landwirtschaftlicher Werkzeuge, sondern auch die Erweiterung der Landwirtschaft der Kleinbauern durch ergänzende Tätigkeiten. So wurden Bienenstöcke in den Gärten aufgestellt und Kühe zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und Milchproduktion angeschafft.

Frauenförderung
Im Rahmen eines Programmes zur Frauenförderung, begleitet SOFA ein Recycling-Projekt für den lokalen Markt. Außerdem bietet die Genossenschaft Kredite für Frauen, die in Nähmaschinen investieren wollen.

Unterstützung des Gemeinwesens
SOFA hat bereits zwei Gesundheitszentren und auch die Errichtung von Trinkwasserstellen finanziert. Auch begleitet die Genossenschaft Bildungsprojekte und organisiert Bücherspenden und die Finanzierung von Schulmöbeln.

Erfolge des Fairen Handels : Ökologische Erfolge

Biologischer Anbau wahrt den Respekt vor den natürlichen Ressourcen
Im Rahmen ihres Programms zur biologischen Landwirtschaft betreut eine Gruppe Techniker die Produzenten durch monatliche Treffen. Weiterbildungen werden regelmäßig organisiert, damit alle angebauten Kulturen an die Vorschriften des Bio-Landbaus angepasst werden können. Indem sie mit Gülle und Kompost arbeiten, nutzen die Produzenten die natürliche Fruchtbarkeit der Böden. Jedes Jahr aufs Neue wird die Zusammensetzung der Böden überprüft.

Die Kombination unterschiedlicher Pflanzen wie Zitronengras, Vanille, Zimt oder auch Limetten bereichert die Qualität der Böden. So kann man auf einem Hektar Anbaugebiet mehr als 50 biologische Spezies finden.

Weiterhin arbeiten die Produzenten und Techniker an einer optimalen Wassernutzung. Durch Hecken und Terrassen soll das Wasser, welches nicht sofort in den Boden eindringen kann, auf natürliche Weise auf den Feldern gehalten werden.

Bibliographische Quellen:

 

 

ETHIQUABLE (Frankreich)
www.ethiquable.com

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