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Zutaten aus Genossenschaft Archives: Cashew

APRAINORES – Cashewkerne aus El Salvador



Die Genossenschaft Asociación de Productores Agroindustriales Orgánicos de El Salvador (APRAINORES) ist in der Region Bajo Lempa zum Vorreiter für den biologischen Anbau von Cashewkernen geworden. Die Partnerschaft mit ETHIQUABLE ermöglicht es der Organisation, ihre Aktivitäten dauerhaft fortzusetzen.

El Salvador hat derzeit etwa 7 Millionen Einwohner, nachdem während des Bürgerkriegs von 1979 bis 1992 nach Schätzungen etwa 2,5 Millionen Salvadorianer ausgewandern sind, hauptsächlich in die USA. Im Zuge des Friedensprozesses hatte die Regierung seinerzeit Land an ehemalige Guerillakämpfer und Flüchtlinge verteilt.

APRAINORES ist eine Organisation, die aus diesem Rehabilitationsprojekt hervorgegangen ist. Sie wurde 2002 mit der Unterstützung einer lokalen Nichtregierungsorganisation gegründet. Seitdem ist APRAINORES die einzige Erzeugergenossenschaft, die selbst über die nötige Technik verfügt, um verarbeitete Cashewkerne zu exportieren.

Doch die Kooperative arbeitete in den ersten Jahren nicht rentabel und schlitterte so in eine wirtschaftliche Krise. Der Hauptgrund dafür war das zu geringe Eigenkapital. Denn Cashews werden nur einmal im Jahr geerntet, sodass APRAINORES den Produzenten die komplette Ernte abkaufen musste, um sie dann sukzessive weiterzuverarbeiten. Im Jahr 2005 stand die Genossenschaft kurz vorm Bankrott. Einige Fairhandelsakteure, unter anderem ETHIQUABLE, wurden aktiv und unterstützten APRAINORES.

Weiterverarbeitung in El Salvador

Die Mitglieder von APRAINORES haben sich alle der biologischen Landwirtschaft verschrieben. Sie düngen also nur mit natürlichen Mitteln und befreien ihre Parzellen manuell von Unkraut. Zwischen Februar und Mai findet dann die etwa 40-tägige Ernte statt. Im Anschuss werden die Cashews drei Tage lang sonnengetrocknet und schließlich zur Weiterverarbeitung in die Fabrik der Genossenschaft transportiert.

Auswirkungen des Fairen Handels für Aprainores

Ein besserer Preis für den Produzenten

Die Genossenschaft APRAINORES verarbeitet jährlich etwa 180 Tonnen Cashewkerne und kann inzwischen mehr als 90 Prozent davon an Akteure des Fairen Handels verkaufen. Dadurch erhalten die Produzenten bis zu 30 Prozent mehr Geld als bei den lokalen Zwischenhändlern.

Lokale Weiterverarbeitung sorgt für neue Jobs

Während Cashewkerne in der Regel in Indien weiterverarbeitet werden, hat APRAINORES sich dafür entschlossen, die Verarbeitung selbst zu übernehmen. Dadurch werden 80 Mitarbeiter beschäftigt. Das ist für die von Landflucht geprägte Region ein großer Erfolg.

Gestärkt aus der Krise

APRAINORES hat die wirtschaftliche Krise überstanden und ist nun bestrebt, die Erwartungen seiner Mitglieder zu erfüllen, indem die Genossenschaft ihre Verwaltungskosten minimiert und den Transport der Cashews von den Bauern in die Fabrik erleichtert. Neben den kleinbäuerlichen Produzenten sind auch die 80 Arbeiter Mitglieder der Organisation.

Aktiver Umweltschutz

Beim biologischen Anbau der Cashews ist die Pflanze mehrjährig. Nach der Erntezeit dienen die Anbauflächen oft als Weidefläche für Tiere.

 

In aller Kürze

  • Partner seit 2005
  • 150 Produzenten und etwa 80 Arbeiter zum Schälen der Cashews
  • Parzellen mit etwa 2 bis 3 Hektar Größe und hoher Diversität
  • 2002 mit Unterstützung einer lokalen Nichtregierungs- organisation gegründet

Vor Ort

Unser Mitarbeiter Nicolas Eberhart (Agrarwissenschaftler) hat das Projekt mitinitiiert und begleitet es vor Ort.

Produkte von APRAINORES bei ETHIQUABLE

Weltkarte

Ende der rechten Spalte.

FTAK – Kokosnüsse und mehr aus Indien



Die Kooperation FTAK entstand während der landwirtschaftlichen Krise in den 2000er Jahren. Der Preis für die wichtige Agrarprodukte wie Cashewkerne und Pfeffer brach ein. In ihrer Verzweiflung begingen in Kerala mehr als 1000 Landwirte Selbstmord.

Dieses Erlebnis prägte sehr start das Selbstverständnis und die Ziele der über 3000 Mitglieder starken Organisation. Es sind Ziele, die wir teilen und unterstützen, indem wir unter anderem Cashewkerne und Kokosöl der Organisation in Deutschland vermarkten.

Geldgier bedroht die Existenz der Landwirtschaft

Die Küste Malabar ist ein strategischer Knotenpunkt und ein wichtiger Bestandteil der Hauptrouten im Südwesten der Halbinsel. Das macht sie zum Zentrum der Gier großer Wirtschaftsmächte: Vor allem Araber, Portugiesen, Niederländer und Briten sind dort aktiv, um die eigenen Erträge zu maximieren. Kerala befindet sich auf einem Stück fruchtbarer Erde zwischen den Ghats im Westen und dem Arabischen Meer im Osten.

In diesem perfekten tropischen Klima, wo es jährlich einen Monsun gibt, herrscht eine besonders reiche Vegetation. Nicht zuletzt dadurch zählt Kerala zu den indischen Gegenden mit einer besonders bemerkenswerten Biodiversität. Doch diese natürliche Vielfalt wird durch die schnelle Ausbreitung der Städte bedroht.

Kerala war nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 der erste Bundesstaat der Welt, der auf demokratische Weise eine kommunistische Regierung gewählt hat, welche bis heute die Regierung stellt. Die progressive Politik der Regierung sorgte für hohe Investitionen ins Bildungssystem. Daraus resultierte eine Alphabetisierung von 90% der Bevölkerung. Doch es bleiben demografische Probleme. Denn ähnlich wie im Rest Indiens emigrieren jedes Jahr viele junge Akademiker in die Golfstaaten.

Geschichte und Organisation der Kooperative

Die Mitglieder der Fair Trade Alliance Kerala (FTAK) haben sich vereint, um gemeinsam gegen die Verschuldung der Bauern zu kämpfen. Sie wollen die Landwirtschaft diversifizieren und damit sowohl die Böden als auch die ganze Landschaft wieder aufwerten. In dere Regel verfügt jedes FTAK-Mitglied über 5 bis 10 Hektar Land am Fuße der Ghats. Die Vielfalt auf den Parzellen ist beeindrucken: Man findet dort alle möglichen Gewürze, die in alle Welt verkauft werden. Darüber hinaus ernten die Kleinbauern Kaffee, Kakao, Tee und Cashews.

Das Produktionssystem: Die Kultivierung von Gewürzen

Die Küste von Malabar ist die Wiege des Pfeffers und noch immer einer der wichtigsten Produktionsorte für Pfeffer. Die bis zu vier Meter hohe Pflanze braucht feuchte Erde, aber keinen völlig versumpften Boden.

Eine Pfefferpflanze bringt in den ersten vier Jahren keinen relevanten Ertrag, erst ab dem siebten oder achten Jahr kann man vernünftige Ernten erwarten. Dann trägt jede Pflanze zwischen 20 und 30 Fruchtstände, in denen sich die runden Körner entwickeln. Ihre Farbe zeigt an, wie reif der Pfeffer ist. Die Anfangs grünen Früchte verfärben sich mit der Zeit und werden schließlich rot. Schwarzer, weißer und grüner Pfeffer kommen also aus der gleichen Pflanze und wurde nur zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt geerntet.

Der Einfluss des Fairen Handels

Pfeffer und Vanille wachsen auf Bäumen, Kurkuma und Ingwer auf dem Boden und die Gewürznelke wächst zwischen den Blumen und Früchten des Gartens. Diese Vielfalt spielt eine fundamentale Rolle für Mensch und Natur. Sie sichert die Bauern vor einem Totalverlust durch Unwetter oder Krankheiten. Denn selbst wenn die Pfefferpflanzen gar keine Früchte tragen, bleiben zumindest noch die Erträge der anderen Kulturen übrig. Die Vermarktung zu den Bedingungen des Fairen Handels gibt jungen Menschen zudem die Möglichkeit, sich eine Zukunft in ihrer Heimat vorzustellen.

Die biologische Landwirtschaft und der Faire Handel tragen dazu bei, die Attraktivität der kleinbäuerlichen Arbeit aufrechtzuerhalten. Das Bündnis mit Elements, einem Exportunternehmen aus Kozhikode, und einer lokalen NGO führten zur Fair Trade Alliance Kerala, die mit ihrem gebündelten Know-how qualitativ hochwertige Produkte zum europäischen Konsumenten bringt.

In aller Kürze

  • Lage: Die Region Kerala befindet sich zwischen den Bergen im Osten und dem Arabischen Meer im Westen
  • Partner von Ethiquable seit 2007
  • 3000 Produzenten
  • Produktionstypen: Felder von 1 bis 5 Hektar, Kultivierung von: Pfeffer, Vanille, Kurkuma, Muskat, Cashews
  • Produktion: schwarzer Pfeffer, grüner Pfeffer, weißer Pfeffer, Cashews, Kokosöl

Produkte von FTAK bei ETHIQUABLE

Weltkarte

COPABO – Cashews von der Elfenbeinküste



Die Elfenbeinküste ist das erste afrikanische Land, das Cashews exportiert. Doch die meisten Produzenten verdienen nur wenig Geld damit, weil die unverarbeiteten Früchte in Indien weiterverarbeitet und von dort zu einem deutlich höheren Preis nach Europa verkauft werden.

Die Organisationen „Inades Formation“ (Elfenbeinküste) und RONGEAD (Frankreich) sind angetreten, um diesen Missstand zu beseitigen. Sie haben ein Projekt initiiert, um die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen. Die Mitglieder der Cooperative de Planteurs d’Anacarde de Bondoukou (COPABO) schälen die Cashews jetzt selbst und Ethiquable kümmert sich um die Vermarktung in Europa.

In der Region Zanzan, die lange Zeit mit massiver Waldzerstörung zu kämpfen hatte, sind Cashews die einzige Einkommensquelle für die Familien der Bauern von COPABO. Deren Kultivierung und Vermarktung im Rahmen des Fairen Handels hat die Landflucht eingedämmt. Durch die lokale Weiterverarbeitung, die überwiegend von Frauen organisiert und umgesetzt wird, findet mehr Wertschöpfung in der Region statt. Von der zunehmenden Wirtschaftskraft profitieren auch kleine Geschäfte und Dienstleister vor Ort.
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